Def Leppard - Viva! Hysteria - Cover
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Def Leppard Viva! Hysteria


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 312 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor allem für Def Leppard-Fans ist „Viva! Hysteria“ trotz kleinerer Schwächen eine schöne Ergänzung zu den zahlreichen Studioalben der Band.

Def Leppard sind Anfang 2013 in Las Vegas aufgetreten, und zwar nicht nur einmal oder zweimal, sondern ganze elfmal. Warum? Weil sie es können. Nein, Spaß beiseite: Der Grund war natürlich ein anderer: Die Hardrock-Helden der 80er-Jahre haben sich dazu entschlossen, ihr erfolgreichstes Album „Hysteria“ (1987) erstmals in voller Länge live zu präsentieren. Dieser Kniff ist schon zahlreichen Bands vor ihnen in den Sinn gekommen – und die Fans haben es ihnen in den meisten Fällen gedankt. Nur leider gab es ein Problem: „Hysteria“ stellt mit einer Spielzeit von etwas mehr als einer Stunde kein abendfüllendes Programm dar. Die Lösung? Def Leppard traten unter dem Namen „Ded Flatbird“ gewissermaßen als ihre eigene Vorgruppe auf und spielten schon mal ein paar mehr oder weniger bekannte Songs zum Aufwärmen, bevor dann mit „Women“ der Knaller gezündet wurde und die ganze „Hysteria“-Sache schließlich ins Rollen kam.

So weit, so gut. Interessant ist, dass die DVD exakt an diesem Punkt einsetzt, also entgegen jeder Chronologie direkt mit dem Hauptteil des Konzertes beginnt und die erste halbe Stunde in den Bonus-Bereich verfrachtet wird. Das kann man so machen, muss man aber nicht, weil es ein wenig der Logik des Abends widerspricht. Doch wer wird bei Titeln wie „Animal“, „Love Bites“ und „Pour Some Sugar On Me“ schon meckern? Vor allem Letzterer ist ja praktisch dazu prädestiniert, die Halle zum Überkochen zu bringen. Dass es dazu nicht kommt, liegt nicht an Def Leppard, sondern am doch sehr zurückhaltenden Publikum, das sich vor ihnen befindet. Hier und da hebt mal einer seine Arme und klatscht im Takt mit, wenn Joe Elliott explizit dazu auffordert, sind es auch ein paar mehr – ansonsten gibt es aber keine Spur von dem, was wir mal salopp AC/DC-„Live At River Plate“-Euphorie nennen wollen.

Dabei ist das Konzert an sich nicht schlecht, leider nicht mehr ganz so cool wie vor Jahrzehnten, aber dennoch sehenswert. Und auch die Show drum herum, die – nebenbei bemerkt – in einer so übersichtlichen Location wie dem „The Joint“ in Las Vegas geradezu gigantisch anmutet, macht was her. Dass Joe Elliott gesangstechnisch vor allem in den höheren Bereichen zuweilen etwas bemüht rüberkommt, kann bei einer Band, die auf ihr 40-jähriges Jubiläum zusteuert, verständnisvoll hingenommen werden. Vor allem für Def Leppard-Fans ist „Viva! Hysteria“ somit trotz kleinerer Schwächen eine schöne Ergänzung zu den zahlreichen Studioalben der Hardrocker. Das umfassende Bonusmaterial sowie die der Deluxe-Ausgabe beiliegenden zwei CDs hinterlassen zusammen mit der schönen Aufmachung und dem umfassenden Booklet einen guten Eindruck. Und noch einen Vorteil hat das Gesamtpaket: Wer die CDs hört, sieht das Publikum nicht und wer das Publikum nicht sieht, der kann sich ja zumindest vorstellen, wie die Halle bei „Pour Some Sugar On Me“ überkocht.

Anspieltipps:

  • Animal
  • Pour Some Sugar On Me
  • Hysteria
  • Rock Of Ages

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