Hannah Georgas - Hannah Georgas - Cover
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Hannah Georgas Hannah Georgas


  • Label: Dine Alone Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Hannah Georgas entdeckt die Soundscapes und die Hörer Hannah Georgas.

Hannah Georgas wusste genau, wie sich die Electronica-Einflüsse auf ihrem neuen Album von ihrer vorherigen Musik abheben. Mehr Pop, weniger Singer/Songwriter-Balladen und auch der Rock muss anders verarbeitet werden. Peter Fox lässt grüßen, denn es ist „Alles Neu“. Deswegen werden nicht wenige dieses Album als (Neu-)Start der Karriere der Kanadierin bezeichnen. Und dementsprechend betitelt Georgas das Album folgerichtig nach sich selbst. Auch der Simplizität der elektronischen Musik kommt sie stilistisch entgegen, indem die meisten Titel aus einem einzigen Wort bestehen. Seht her! Die neue, polierte Hannah Georgas will zeigen, wie Pop mit prallen Soundscapes zu klingen hat.

Dass Georgas die Elektronik unter Kontrolle hat, wird gleich im stark produzierten „Elephant“ deutlich. Tiefe Bässe brummen genauso deftig, wie die folgenden PC-Percussions rhythmisch tanzbar sind. „Elephant“ ist ein typischer, sich steigernder Opener, der allerdings genug Spielraum zur behutsamen Entwicklung lässt. Zu hören, wie ein Element nach dem anderen zielsicher seinen Platz zugeordnet bekommt, erzeugt ein Gefühl von Vertrauen gegenüber der Künstlerin und ihrer Neuorientierung. Wenn diese Elemente sich dann im ersten Ohrwurm „Somebody“ zu Pop mit eingebauter Hitgarantie verwandelt, dann ist man endgültig zuversichtlich, dass Georgas genau weiß, was sie hier treibt.

Eine ähnliche Qualität erreicht das hypnotische „Shortie“ mit der die Stimmung vorgebenden Zeile „I'm gonna dance 'til the cops come“. Das Trio wird vom etwas ruhigeren „What You Do To Me“ komplettiert, welches weniger zum Tanz als zur Trance verführt. Selbst hippe Indie-Bands wie The Hundred In The Hands können da nur neidisch den Hut vor der Frau aus Kanada ziehen. Dass Hannah Georgas es zusätzlich noch fertig bringt, ihren neuen Stil mit mehr Rockelementen ebenso fesselnd darzubieten, lässt jegliche Zweifel an der Qualität dieser Platte verfliegen („Robotic“ und „Millions“).

Allein „Waiting Game“ versucht etwas zu verbissen mit 80er-Synthie-Charme beim Hörer zu landen und wirkt letztlich etwas repetitiv. Wer abseits der Schlussnummer nach Schwächen sucht, muss mit dem etwas zu langen „Enemies“ oder dem im Grunde harmlosen „Fantasize“ schon sehr hart ins Gericht gehen. Man kann das Gemecker aber auch sein lassen, zu all den starken Titeln noch die wunderschöne Ballade „Ode To Mom“ mitnehmen und feiern, dass das in Kanada schon im Jahr 2012 erschienene Album endlich seinen Weg nach Deutschland gefunden hat.

Anspieltipps:

  • Somebody
  • Robotic
  • Ode To Mum

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