Mister And Mississippi - Mister And Mississippi - Cover
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Mister And Mississippi Mister And Mississippi


  • Label: V2 Records/H'ART
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Vielversprechender Folk-Pop, der auf dem Weg leider immer wieder die Folk-Wurzeln vergisst.

Manchmal braucht es ein wenig Glück und frappierende Ähnlichkeit zum ersten Album der Band Coldplay. Auf deren offizieller Homepage war Mister And Mississippis „Same Room, Different House“ als Tipp des Tages ausgestellt. Man braucht nun wirklich keine allzu ausgeprägten Hörorgane, um Johnny Bucklands Gitarrenspiel hinter diesem Track zu vermuten. Es ist so, als hätte jemand die Nummern „Spies“, „Trouble“ und „Shiver“ zusammengeworfen. Das Ergebnis von Seiten der Niederländer steht jedoch mit einem starken Album im Rücken auf eigenen Füßen.

Wie der Vergleich mit Coldplay deutlich macht, sind Mister And Mississippi nicht nur auf Folk-Pop aus. Wenn es sich ergibt, dann muss sich der Folk hinten anstellen. Das verwundert trotz des starken „Same Room, Different House“, wenn man das Album von Beginn an hört. Die Indie-Hymnen, die sich da auch dank des Folk-Appeals auftun, sind nicht bloß Mittelmaßware. „Follow The Sun“ ist nur der Auftakt eines grandiosen Starts. Zusammen mit „Calm“ bietet das Album gleich zwei Ohrwürmer, die warm und zärtlich klingen, aber trotzdem zu Bewegung verführen. Dazu gesellen sich zwei sehr aufrichtig klingende Balladen („Nemo Nobody“ sowie „See Me“) und fertig ist ein nahezu perfekter Tribut an Indie- und Folk-Pop.

Zwischen dem erfrischenden Intermezzo „Bon Vivant“ und bereits gepriesenem „Same Room, Different House“ mogeln sich mit „Running“ und „Six Feet Under“ zwei Tracks, die an die Gefühle von „Nemo Nobody“ anschließen wollen, dabei allerdings nichts Neues bieten. Das macht die Lieder für sich alleine stehend nicht schwächer, doch in diesen Momenten ahnt man, dass die Band nicht so viele Ideen hat, wie sie haben sollte. Glücklicherweise handelt es sich dabei um eine Täuschung. „Coloured In White“ bringt noch eine gut umgesetzte, sich stets steigernde Hymne und bildet mit dem ähnlich funktionierenden „Northern Sky“ einen gelungenen Abschluss.

Zwar ist der zweiten Hälfte des Albums deutlich anzumerken, dass den Niederländern die potenziellen Hitmelodien ausgehen und der dritte musikalische Steigerungslauf „Circulate“ auch das Ende fast noch in Einseitigkeit stürzt, doch allein für den Auftakt lohnt es sich schon, „Mister And Mississippi“ eine Chance zu geben. Denn in Relation betrachtet, wirkt die immer noch gute zweite Hälfte einfach deshalb etwas schlichter, weil sie im Schatten des überragenden Auftakts steht, der Lust auf mehr macht. Also drücken wir die Daumen, dass sich der Hype in den Niederlanden um Mister And Mississippi nicht legt, sondern er stattdessen - gerechtfertigterweise - auf Europa überschwappt.

Anspieltipps:

  • Follow The Sun
  • Same Room, Different House
  • Nemo Nobody

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