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  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

MGMT erklimmen den Olymp des Psychedelik-Pop.

Der dritte Longplayer der amerikanischen Band MGMT stellt eine echte Herausforderung an die allgemeinen Hörgewohnheiten dar: MGMT alias Andrew VanWyngarden und Benjamin Goldwasser komponierten bisher 70er-Jahre Retro-Psychedelik-Pop und fuhren erfolgsmäßig gut damit. Auf der neuen Platte weiten sie diese musikalische Ader stark aus. Nur leider kommt einem der Sound wie ein schlechter Horrortrip vor.

Jede Menge Störgeräusche gestalten den eigentlich nicht schlechten Indie-Pop-Track „Plenty Of Girls In The Sea“ dermaßen nervend, dass der Kopfhörer zum Folterinstrument wird. Doch das ist leider keine Ausnahme. Als die einzigen einigermaßen erträglichen Songs gehen die Faine Jade-Coverversion „Introspection“ und die Singleauskopplung „Your Life Is A Lie“ durch. Bei den übrigen Stücken fragt sich der Hörer, ob der Synthesizer explodiert ist oder eventuell Drogen im Spiel waren. Das Ergebnis sind überdrehte, disharmonische Klänge, die fast alle Songs kaputtmachen. Aber warum? Das bleibt das Geheimnis der US-Klangkünstler.

Der Opener „Alien“ ist quasi die erste Warnung. Nach eingängigem Beginn mit Kinderstimme, wähnt man sich im Weltraum, um nach den einsetzenden Drums mehr und mehr in von Disharmonien geprägte Beats verwickelt zu werden, die einen fünfminütigen Song entstehen lassen, der den Begriff Monster absolut verdient hat. Egal! Nach einer Kopfschmerztablette geht es weiter bis schließlich zum Erreichen des letzten Tracks „An Orphan Of Fortune“, der sich als 5½ Minuten langes, vor sich hin waberndes Klanggebilde präsentiert, das von schleppenden Schlagzeugklängen dominiert wird.

Was immer sich MGMT bei diesem Album gedacht haben, es ist äußerst schwierig zu bewerten. Das Duo nutzt seine Musik als Spielwiese für Geräuschattacken, die sich in einem Wirrwarr aus unzähligen, gegeneinander agierenden Instrumenten äußern. Diese Art von Kunst ist allerdings kaum zu ertragen. Denn MGMT glänzen heuer mit außergewöhnlicher Unzugänglichkeit, die ohne Drogenmissbrauch nicht genießbar erscheint.

Anspieltipps:

  • Your Life Is A Lie
  • Introspection

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