Kingsfoil - A Beating Heart Is A Bleeding Heart - Cover
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Kingsfoil A Beating Heart Is A Bleeding Heart


  • Label: Stargazer Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Britisch angehauchter Herzschlag- und Herzblut-Pop-Rock.

Eine Plattenkritik mit dem Schlagzeuger zu beginnen ist eher ungewöhnlich. Nicht so bei Kingsfoil, denn ihr Drummer Frank Muniz ist Schauspieler und wurde über seine Rolle als Malcolm in der US-Sitcom „Malcolm mittendrin“ bekannt. Danach versuchte er sich gar als Rennfahrer. Schließlich tauschte er das Lenkrad gegen die Trommelstöcke und wurde Teil des Quartetts Kingsfoil. Bei denen greift Tim Warren in die Basssaiten, Tristan Martin in die der Gitarre sowie in die Keyboardtasten. In vorderster Front steht Sänger und Gitarrist Jordan Davis. Bereits im Jahr 2002 begannen sie als Akustikduo und nun legen sie mit „A Beating Heart Is A Bleeding Heart“ den Nachfolger ihres hochgelobten Albums „On Our Own Together“ (2010) vor. Auf Tour waren sie mit den Goo Goo Dolls, The Ting Tings, Creed und Everclear.

Der Einstieg „American Veins“ hat bereits diesen Britpop-Flair, der sich auch auf weiteren Titeln fortsetzt. Desgleichen sind Sequenzen zu vernehmen, die an den US-College-Rock der 80er-Jahre mahnen. Mit Melodien, die auch einer Band wie Travis ausgezeichnet zu Gesicht stünden, sowie einer rhythmischen Ausrichtung, die an Bands wie REM oder The Replacements denken lässt. Insofern sitzen sie zwischen den Stühlen des Britpop und des US-College-Rock. Ziemlich komfortabel jedoch, denn die Platte klingt durchaus harmonisch.

Da sind Hymnen dabei, die an die besten Zeiten jener Genres mahnen. Glücklicherweise lassen sie das Hymnische nicht überborden, die Melodiebetonung steht im Zentrum und die aufsteigend verlaufenden und lauter werdenden Harmonien bleiben im Rahmen. In falschen Produzentenhänden würden Kingsfoil nach Stadion-Rock klingen, eine Gefahr, die beinahe zum Greifen in der Luft liegt. Dennoch stehen sie auf dem Boden der Songtatsachen und balancieren Komposition und Dynamik nahezu perfekt aus. Zudem sehen die Jungs auch noch gut aus und könnten so den weiblichen Herzschlag mit ihrem Herzblutpop in hohe Frequenz versetzen.

Leider sind nahezu alle Songs im mittleren Tempobereich angesiedelt, dies tut dem Album nicht wirklich gut, sie changieren zwar oft innerhalb eines Songs mit Tempo und Laut-Leise-Passagen, scheinen aber das große Ganze etwas aus den Augen verloren zu haben. Zum wirklichen Nachteil gerät dies nicht, denn dazu sind die Melodien zu schön, die Gitarren zu sonnig, das Piano silbrig, der Gesang so feingeistig und entrückt. Im Prinzip also alles richtig gemacht, aber auch ein zweites Mal wird auf die mitschwingende Stadion-Rock-Gefahr hingewiesen. Also liebe Kingsfoil-Jungs: Besser Travis als Coldplay hören, dann wird zumindest musikalisch gesehen alles gut!

Anspieltipps:

  • American Veins
  • What Your Mother Taught You
  • Hope Is On The Prowl
  • A Beating Heart Is A Bleeding Heart

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