Jason Isbell And The 400 Unit - Southeastern - Cover
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Jason Isbell And The 400 Unit Southeastern


  • Label: Southeastern Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Bewegende und selbstreflektierende Gänsehaut-Balladen des Drive-By-Truckers-Frontmannes.

Dass Jason Isbell beim Roots-Rock auf die Zwölf hauen kann, wissen wir von ihm als Songwriter und Gitarrist der Drive-By Truckers. Dass er feinfühlige Balladen in Albumlänge schreiben und umsetzen kann, spätestens seit seinem Album „Here We Rest“, das in bester Ryan Adams-Manier zur Großtat geriet. Für den Titelsong gab es nicht weniger als einen American Music Award 2011 für den besten Song des Jahres. Eine weitere Anerkennung und Ehre war es für Isbell, bei Ryan Adams als Support zu agieren.

Für „Southeastern“ ließ Isbell erstmals das ‚& The 400 Unit‘ beiseite, obwohl einige Mitglieder jener Band auch an den zwölf Titeln beteiligt waren. Ganz im Zentrum des Geschehens stehen jedoch Isbells emotionale Stimme, seine hier selbstreflektierenden Texte und seine außerordentlichen Fähigkeiten im Umgang mit akustischer, elektrischer und Slide Gitarre. Bereits zum Auftakt serviert uns der Amerikaner mit „Cover Me Up“ eine dieser introvertierten Gänsehaut-Balladen, die einen zum wiederholten Mal berühren. Hiervon hat Isbell einige zu bieten und erinnert damit an jene eines Ryan Adams, ohne diesen zu kopieren. Vielmehr findet er seine eigene Sprache und reflektiert auf „Southeastern“ sein von Alkohol und Rock’n’Roll gezeichnetes Leben, dem Heilung, Heirat und sein Umzug nach Nashville folgten.

Dabei war und ist seine Ehefrau Amanda Shires nicht nur eine Stütze im wirklichen Leben, sie spielte auf „Traveling Alone“ Fiddle und setzte ihre vorzügliche Harmoniestimme ein. Weitere Akzente mit Harmoniestimmen kommen von Kim Richey auf „Stockholm“ und „Relatively Easy“ sowie von Will Johnson (Centro-Matic, South San Gabriel) auf „Super 8“, das zur Abwechslung mal so richtig los rockt. So ganz kann er es nicht lassen, auch „Flying Over Water“ setzt auf Roots-Rock-Zutaten, die in Richtung seiner Drive-By Truckers zielen.

Die leisen Töne sind es aber, die dieses Album bestimmen und es weit über das Mittelmaß hinaus heben, denn Jason Isbell hat hier sehr gutes Songmaterial in unter die Haut gehende Lieder transformiert. Wie er auf Titeln wie „Elephant“, „Different Days“, „Live Oak“, „Yvette“ oder „Relatively Easy“ seine Stimme die Lyrics formen lässt und damit aufwühlen, sanft berühren oder in Tagträumereien versetzen kann, zeugt von Größe und verführt zum wiederholten Hören eines wunderbaren Songreigens!

Anspieltipps:

  • Cover Me Up
  • Traveling Alone
  • Live Oak
  • Yvette
  • Relatively Easy

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