Dregen - Dregen - Cover
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Dregen Dregen


  • Label: Universal Music
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Alternative zu den Backyard Babies oder den Hellacopters, aber ein netter Bonus für die Fans dieser Bands. Und auch nur für diese.

Andreas Tyrone Svensson, allen eigentlich nur unter dem Künstlernamen Dregen bekannt, gründete nicht nur die Backyard Babies oder The Hellacopters, sondern ist auch einer der Hauptverantwortlichen des in der Retrospektive so genannten „Skandinavien-Rocks“. Ein wichtiger Mann ist er, dieser Dregen - und nicht wenige fragten sich, wann dieser endlich auch solo etwas reißt. Immerhin gehört das bei so manchem Musiker einer erfolgreichen Band zum guten Ton. Beispiele würden den Umfang sprengen. Besser spät als nie meldet sich Svensson mit seinem ersten Solo-Ausflug zurück. Das schlicht „Dregen“ betitelte Output legt die Karten auf den Tisch und sollte wohl niemanden groß überraschen. Aber das muss es wahrscheinlich auch gar nicht.

Welche Argumente hat Dregen, dass sein erstes Soloalbum eine echte Alternative zu Bands wie den Backyard Babies oder den Hellacopters wird? Ganz einfach: keine! Aber muss er das überhaupt? Seine Zielgruppe wird bestens bedient und darf sich über einen kurzen aber knackigen Rock-Zirkus freuen. „How the fuck can I get the vibe from KISS, Slayer, The Beastie Boys and Miles Davis into one single record?“, fragt sich der schwedische Gitarrist, Sänger und Percussionist. Eine Antwort wird er nicht bekommen - dafür ist sein Sound dann doch zu vage und lässt die großen und extrem unterschiedlichen Namen im Nichts verlaufen. Einfacher wird es schon, wenn man das Album ganz nüchtern betrachtet. „Dregen“ bietet geerdeten Rock sowie Hardrock. Ausflüge in den Southern Rock („Flat Tyre On A Muddy Road“) oder in schmissigen Punk'n'Roll („Devisions Of Me“, „One Man Army“) bleiben lediglich die Ausnahme und sorgen für kleine Auflockerungen. Denn Dregen zieht sein Programm durch: „Gig Pig“, „Just Like That“, „Mojo's Gone“, „Pink Hearse“ - unbeschwerter, fluffiger, spaßiger Sleaze-Rock, welcher sich auch vereinzelt gut in jeder Party-Playlist machen sollte oder als Soundtrack für den nächsten, ganz persönlichen Roadmovie belebend wirkt. Hier gibt es keine Kompromisse, keine großen Experimente, das Feature mit Danko Jones („6:10“) ist gleichermaßen passend wie vorhersehbar.

Und während einige genau das zu Recht als Stärke sehen, werden andere nur verständnislos den Kopf schütteln. „Dregen“ - ganz sicher keine Alternative zu den Hauptbands seines Protagonisten. Dafür mehr vom bereits bekannten Stil. Und weil Herr Svensson einer der Hauptverantwortlichen von eben diesem ist, sollte so manchem Hörer klar werden, wie der Hase läuft und dass das Aufgreifen dieser Masche irgendwie auch legitim ist. Dass ein Album heutzutage gerade mal 35 Minuten stark ist, ist auch nicht mehr die Regel. Dregen nutzt diese dann doch sinnvoll und unterhält. Ein Fünf-Sterne-Menü ist die Langrille sicherlich nicht, dafür aber ein ohne falsche Bescheidenheit schmackhafter Snack. Von so einem werden manche Leute trotzdem satt werden. Und sei's nur, um sich auf das neue Output von Dregens Hauptbands ein wenig Appetit zu machen. Wieso auch nicht?

Anspieltipps:

  • GoGoGo
  • Run And Hide (The Gun Song)

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