Yoav - Blood Vine - Cover
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Yoav Blood Vine


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit vielen eigenen Ideen macht sich Yoav zu den interessanteren Vertretern des Pop/Rock-Genres.

Man kann es nicht oft genug erwähnen und loben, wenn Musiker nicht einfach versuchen, den vorherrschenden Pop-Gesetzen zu folgen, sondern ihren eigenen Stil erarbeiten und formen. Im Fall des israelischen Pop-Musikers Yoav bedeutet dies eine Mischung aus rhythmisch treibenden und oft mit den Electro-Einflüssen von Depeche Mode kredenzten Arrangements.

Dieser Ansatz führt gleich zum Auftakt in „Know More“ in einen Ohrwurm, der keine Angst hat, an die 90er-Jahre zu erinnern, allerdings gelingt dies hier auch, ohne altmodisch zu klingen. Die Synthesizer verbinden sich gut mit den ebenfalls am PC gebastelten Beats und Drums und ergeben einen leicht zugänglichen Mix. Diese Formel soll das Album über die meiste Zeit tragen. Das bestehende Potenzial beweist bereits „Know More“. Nur selten wird auf klassische Radiohymnen wie das durch Gitarren getragene „Karaoke Superstar“ zurückgegriffen, und während diese eingängige Nummer ebenfalls gut ankommt, verliert der bald 38-Jährige mit der Interlude „Everything Is...“ den Fokus und ist weder berührend, noch nachdenklich.

Dass Balladen und ruhige Nummern deswegen eine Schwäche sein sollen, kann Yoav glücklicherweise mit „Keep Calm Carry On“, dem düsteren „Hotel Oblivion“ und der lieblichen Schlussnummer „Malice In The Garden“ qualitativ, sowie quantitativ widerlegen. Weil es ansonsten zu schön wäre um wahr zu sein, langt der gebürtige Israeli allerdings auch zwei Mal ordentlich daneben. „Sign Of Life“ und „Pale Imitation“ versuchen krampfhaft auf Techno-Beats zu setzen, die einfach nicht zum sonst so sanften Klangbild passen wollen. Da sind die mehr Pop-orientierten „Blink“ oder das auf R'n'B-Rhythmen ausgelegte „Shiver #7“ glaubwürdiger und passender für die von Yoav erzeugten Stimmungen.

Da die Ausfälle klar in der Unterzahl sind und Yoav ein sehr ansprechendes Gesamtpaket für Pop-Fans fabriziert, kann man letztendlich problemlos empfehlen, sich die Musik des jungen Mannes anzuhören. Der Israeli spielt mit Ideen, die nicht alltäglich sind und sich trotzdem nie in abgehobenem Art-Pop verlieren, sondern stets auch auf Zugänglichkeit bedacht sind. Dass der Musiker es unterm Strich nur bedingt oft schafft, auch Tracks für die Tanzfläche mit seiner Idee von synthetischer Popmusik zu unterlegen, könnte einige noch abschrecken oder enttäuschen. Titel wie „Know More“ zeigen jedoch, dass Yoav auch hier auf dem richtigen Weg ist.

Anspieltipps:

  • Know More
  • Hotel Oblivion
  • Karaoke Superstar

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