Filthy Boy - Smile That Won´t Go Down - Cover
Große Ansicht

Filthy Boy Smile That Won´t Go Down


  • Label: Stranger Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Treffen sich Franz Ferdinand und Bela B. auf ein Bier...

Cool, sexy und stets souverän gibt sich der Londoner Vierer Filthy Boy. Sie spielen mit der Selbstverständlichkeit der frühen Franz Ferdinand und setzen auf verführerische Rockmusik, die in den späten 60ern ihre Wurzeln kennen sollte. Möglichst düster vorgetragen darf man in diesem Fall gerne an Retro-Enthusiasten wie Bela B. oder Gemma Ray denken. Mit gehauchtem Gesang und den schmiegsamen Gitarren lockt die Band durchaus effektiv, darf sich dabei allerdings nicht auf einer Formel ausruhen.

Schnell will sich ein gewisser One-Song-Effekt einstellen. Nach dem stimmungsvollen Opener „In The Name Of“ wird die Erfolgsstruktur ein paar Mal ohne Änderungen wiederholt. Gleiches Tempo, gleiche Stimmlage und obwohl die Gitarren neue Melodien vorgeben, klingt alles schnell vertraut. Am Anfang will man das bei einer neuen Band ja auch gar nicht anders. Die Band muss sich und ihren Stil etablieren. Auch wenn sich Filthy Boy dafür vielleicht ein Lied zu viel Zeit lassen, bekommt der Vierer zur Mitte des Albums die Kurve. Eine merkwürdige, aber passende Ballade in „Charm Of The Dangerous Minx“ und tolle Tempowechsel im anschließenden „When Everyone Cheers“ geben dem Musikstil der Band neue und nötige Tiefe.

Doch die Abwechslung funktioniert nicht immer reibungslos. Der vielleicht cleverste Track vom Text her, „Mental Conditions“, ist für eine einfache Ballade ohne Wende- oder Höhepunkt ein wenig zu lang geraten. Wenn nicht auf Rock zurückgegriffen wird, klingen Filthy Boy schnell langatmig. Das passiert glücklicherweise nur noch in „This Life“. Besonders das energetische „Biggest Fan Ever“ kann diesen schwächeren Eindruck schnell wieder wettmachen. Letztlich überwiegt der Spaß am frivolen Rock mit Sex-Appeal. Die Sorge, ob solche Musik noch ein zweites Album braucht, ist jedoch berechtigt, da es der Band auf „Smile That Won't Go Down“ nicht immer gelingt, ihrer Musik eine dritte Dimension zu verpassen.

Anspieltipps:

  • In The Name Of
  • Biggest Fan Ever
  • When Everyone Cheers

Neue Kritiken im Genre „Rock“
6/10

Ewiges Eis: 15 Jahre Eisbrecher
  • 2018    
Diskutiere über „Filthy Boy“
comments powered by Disqus