Telonius - Inter Face - Cover
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Telonius Inter Face


  • Label: Gomma/Groove Attack
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

You And Your Dog Might Love It.

Mitbegründer und Chef des Münchner Labels Gomma, Jonas Imbery, nimmt sich seit 2008 ganz seines Alter Ego Telonius an. „Inter Face“ heißt sein Debütalbum, das nun auf Gomma erscheint und ganz bewusst in den House-Bereich des elektronischen Spektrums eingeordnet werden will. Als Kopf eines Labels, das sich selber eher für eigensinnige Clubmusik feiert, tut er sich damit sicherlich einen Gefallen.

Tut er das wirklich? Nach dem Hören der ersten Tracks fällt schnell auf, dass das House-Genre aufzumischen schwerer fallen dürfte als angekündigt. Dass Lyrics im House, wie auch in vielen anderen elektronischen Genres, nicht das sind, woran man sich bei einem Lied aufhängen sollte, ist eigentlich fast eine Selbstverständlichkeit. Trotzdem: „Lazy Saturday Afternoon / Baby Play It Cool / Swimsuit-Shopping With You“ fasst die aufgezwungene und nervige Alles-Super-Laid-Back-Attitüde, die die ersten paar Tracks auf „Inter Face“ charakterisiert, sehr gut zusammen.

Sonst zeichnet sich Telonius' erster Longplayer leider hauptsächlich durch immer wiederkehrende Synthie-Effekte und eher anspruchslose Melodien aus. Kitschige Frauenvocals sind da der Nagel im Sarg. Teilweise gelungene Experimente mit Funk-Elementen holen das Boot auch nicht mehr aus der Flaute. „All I Need“ macht zwar mit wabernder Bassline und spannenden Synthies gegen Ende doch Lust auf mehr, „Your Dog Will Love It“ vernichtet diese Neugier aber mit vorhersehbarem Beat schnell wieder. Geradezu selbstironisch wirkt da die Textzeile, die dem Song seinen Titel gibt. Über Lyrics kann man sich an vielen Stellen („Last Night“, „Old Toy“) Gedanken machen. Das hätte allerdings wenig Sinn.

Dabei machen die Tracks „Control“ und „Last Night“ doch noch sehr viel Spaß. „Last Night“ ist mit echt guter Gesangsspur (über die Lyrics lässt sich streiten), spacigen Synthies und schnellem Beat mit Abstand der beste Track auf dem Album. „Control“ wurde dafür mit wunderbarer Bassline und ebenso temporeichen Beats ausgestattet. Über die House-typischen Synthies lässt sich ganz gut hinwegsehen. Auch „I Make You Man“ gelingt es, authentisch entspannt zu klingen, ohne kitschig zu sein. „Inter Face“ endet mit karibischer Instrumentalisierung, erzwungenem Sommer-Feeling und Standard-Synthiespur auf „Out“.

Telonius' Debüt bedient typische House-Klischees, die schon von Oliver Koletzki und Co ganz gut angespielt werden. So ist „Inter Face“ im Gesamtbild eher einseitig. Eigentlich schade, wo an einigen Stellen doch das Potential durchscheint, das Telonius mit eigenem Label im Rücken innewohnt.

Anspieltipps:

  • I Make You Man
  • All I Need
  • Last Night

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