De Staat - I_Con - Cover
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De Staat I_Con


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eingängig, rockig und energetisch. Fast alles, was es braucht.

Die fünfköpfige Rock-Truppe aus Holland stellt mit „I_Con“ ihr drittes Album seit dem Durchbruch im Jahr 2009 vor. Auf dem Cover lässt sich die Visage eines Roboters ausmachen, die sich aus geometrischen Figuren in den Komplementären Blau und Orange zusammensetzt. Genauso gut könnte aber auch etwas völlig anderes den Betrachter angrinsen. Mit der Musik verhält es sich etwas anders. De Staat lassen zwar ihre Werke für Interpretationen offen, sie lassen aber keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie immer noch dieselben sind.

Energiegeladener Rock mit quietschenden E-Gitarren, ausgeprägter Bassline und dezentem Klimpern springt dem Hörer auf dem ersten vollen Song entgegen. Der halb gepfiffene, halb gegrölte Refrain gräbt sich für Stunden in den Gehörgang ein. Ein wundervoller Auftakt, den „Build That, Buy That“ gekonnt aufgreift. Der Rhythmus wird dem Songtitel gerecht. Monotones Schlagzeug und Gesang lassen Bilder von Einkaufsgängen vor dem inneren Auge aufblitzen. Scheppernde Blockflöten verpassen dem Ganzen eine Atmosphäre von Ungeduld und Eile.

„Devil's Blood“ lässt es etwas ruhiger angehen: Langgezogene, hoch gepeitschte Gitarren und dezente Synthesizer sorgen für eine Atmosphäre wie in Filmen der 80er-Jahre. „Witch Doctor“ ist ein düsterer Track mit Noise-Elementen im Refrain, der dem Sprechgesang in den Strophen durch gut eingesetzten Hall-Effekt die nötige Präsenz verleiht. De Staat bedienen sich auch in den beiden darauffolgenden Tracks dieses Effekts, leider mit eher mäßigem Erfolg. Vor allem auf „Refugee“ gelingt es Frontmann Torre Florim kaum, über die mächtige Instrumentierung hinaus aufzufallen. Allerdings ist es auch eher die Instrumentierung, die in De Staats Werken am interessantesten ist. In „Make Way For The Passenger“ ist das besonders auffällig, wenn galoppierende Drums, voluminöse Synthies und wilder Gitarrensound dominieren und nur selten von Florims Texten unterbrochen werden.

Als Gegenargument dazu kann wohl „I'll Take You“ gesehen werden, die Ballade des Albums. Sehnsüchtiger Gesang wird hier nur von einem langsamen Schlagzeug und einem gelegentlichem Klimpern vom Klavier untermalt. Die E-Gitarre, die später hinzutritt, wirkt eher wie eine Verlängerung der Vocals als eigenständiges Instrument. Mit „Down Town“ geben De Staat wieder mehr Gas und drücken ordentlich auf die Indie-Tube. Der Refrain klingt schon stark nach wilderen Stücken von Bloc Party oder, gerade durch die Verwendung von Kuhglocken, Foals. Mit „The Inevitable End“ wird schließlich mit flächigen Synthies und blechernem Schlagzeug das Album fulminant geschlossen.

„I_Con“ ist solide, leider manchmal zu wenig experimentierfreudig. Stücke wie „The Inevitable End“ oder „Witch Doctor“ wünscht man sich im Nachhinein öfter. Dafür sind viele Songs auf dem Album gelandet, die massentauglich sind und mit eingängigen Refrains aufwarten. Der Gesang bleibt aber leider häufiger auf der Strecke und geht bei der kräftigen Instrumentierung, die trotzdem Spaß macht, unter.

Anspieltipps:

  • Build That, Buy That
  • I'll Take You
  • Down Town
  • The Inevitable End

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