Erdmöbel - Kung Fu Fighting - Cover
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Erdmöbel Kung Fu Fighting


  • Label: Jippie!/Rough Trade
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Erdmöbel haben sich in der deutschen Musiklandschaft längst einen Namen gemacht. Ihr neuntes Werk zeigt erneut, was besonders an ihnen ist.

Auch wenn man es manchmal durch die augenscheinliche Amerikanisierung in der Musikbranche vergisst, reine deutsche Männer-Bands gibt es wie Sand am Meer. Vor allem solche, die sprachgewandt, mit Witz, die Worte in ihren eigenen Mündern herumdrehen und dadurch originell sind. Oder sein wollen. Das Wissen auch „Erdmöbel“ und versuchen sich daher abzugrenzen, zum Beispiel durch ihren eigenartigen Namen und die Titel ihrer Alben. Nachdem im Jahr 1996 „Das Ende der Diät“ gewisse Maßstäbe setzte, folgte drei Jahre später „Erste Worte nach Bad mit Delfinen“. Der Weg zu „Kung Fu Fighting“ war ein langer, doch die Serie ist, wie man sieht, erfolgreich fortgesetzt worden.

Da sich die äußeren Werte im Bestfall mit den inneren decken sollten, wurde auf dem neuen Werk auch bei den Songtiteln nicht mit Eigenartigkeit gespart. Da wären „Zollstockbad“ oder „Club der senkrecht Begrabenen“. Natürlich setzt sich dieses Schema auch in den Lyrics fort. Letzt genannter Song, aber auch „Vivian Maier“ und „Jede Nacht“ sind hervorragende Beispiele dafür. Da das Text-Lauschen als eine der größten Freuden an neuen Titeln der Erdmöbel gilt, soll nichts vorweggenommen werden, außer dem Hinweis, dass es sich natürlich wieder lohnt.

Eingepackt ist die gelungene und lustige Mischung aus Wortfetzen, Worthülsen und Wortgefechten in ruhige, poppige Stücke, gesungen werden sie wie gewöhnlich von Frontmann Markus Berges. Verschiedene Instrumente plätschern und trällern sanft im Hintergrund zu den eigenwilligen, angenehm sanften Melodien. Ekki Maas, in Kennerkreisen genauso verehrt wie der Frontmann, achtet dabei auf den richtigen Einsatz und die instrumentelle Harmonie. Das ist vor allem in Liedern wie „Peng“ wichtig, in dem es, wie der Titel vermuten lässt, für Erdmöbel-Verhältnisse doch einmal etwas härter zur Sache geht.

Das neunte Album der deutschen Kultband ist nicht komplett überraschend anders, als seine Vorgänger. Es ist aber auch nicht ganz vom gleichen Schlag, darauf wurde eindeutig geachtet. Wie könnte das auch anders sein, bei den vielen Ideen, die Erdmöbel haben und umsetzen wollen. So entstanden elf typisch untypische Songs, die man gerne hört. Und wem Hören nicht reicht, der sollte „KungFuMat“ googeln, denn zu jedem Song gibt es auch ein selbstgemachtes Video.

Anspieltipps:

  • Club der senkrecht Begrabenen
  • Vivian Maier
  • Jede Nacht
  • Peng

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