Mojo Makers - Wait Till The Morning - Cover
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Mojo Makers Wait Till The Morning


  • Label: Hypertension-Music
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Diese Blues-Blaupause vergisst zwischendurch, dass sie Zuhörer hat.

Selbstbewusst sich selbst mit dem Namen Mojo Makers schmückend, will der dänische Fünfer die Magie des Blues authentisch und treu wiedergeben. Mit Hunde- und Koyotengeheul in der Prelude wollen sie keine Zweifel aufkommen lassen, wie richtig dieser Sound ist. Eine Versessenheit, die sich im Laufe des Albums leider eher negativ ausdrückt, da die Mojo Makers auf „Wait Till The Morning“ Angst zu haben scheinen, dass sie mit einer eigenen Note das Blues-Konzentrat verunreinigen könnten.

Woran lässt sich diese doch recht harsche Behauptung festmachen? Die Mojo Makers beginnen ihre Lieder genau so, wie man sich typischen Blues vorstellt. Saftige, vor Emotionen strotzende Gitarren, der mal drückende und volle, dann aber wieder tiefe und souveräne Gesang und ein paar ordentliche Jams, welche die ansonsten sehr simplen Arrangements durchbrechen. Das klingt solide und bei richtiger Umsetzung sogar richtig gut. In der Praxis funktioniert das leider nur bei einer geringen Anzahl von Liedern auf „Wait Till Morning“. Namentlich sind das „The Devil“, „Red Lights“, „Wild Moon Child“ und irgendwie auch die Ballade „Up To You“.

Was diese Lieder vom Rest des Albums abgrenzt, ist ihre Fähigkeit, Melodien so zu präsentieren, die den Hörer davon abhalten, nach zwei Minuten die Skip-Taste zu drücken. Die dänische Blues-Band geht derart vorsichtig an ihre Songs heran, dass die Lieder oft von einer einfachen Melodie getragen werden müssen und so authentisch sie klingen, so selten groovt das Ergebnis in einer Form, die auf Dauer ins Ohr des Hörers geht. Selbst aufdringlich gut beginnende Stücke wie der Titeltrack verlaufen nach einer gewissen Zeit, weil das Thema des Songs abgenudelt erscheint.

Die hervorgehobenen Tracks schaffen es hingegen noch mit gut platzierten Soli („The Devil“) und einem gewissen Ohrwurmpotenzial („Up To You“) zu punkten, sodass die Lieder nicht zu Hintergrundgeräuschen verkommen. Ein wunderbares Beispiel dafür, was mit dem Großteil des Albums nicht stimmt, ist der Abschluss in Form von „Light On Love“. Der Akkord hat alles was Blues braucht, aber eben nicht, um sich sechs Minuten ohne erkennbare Entwicklung dem Hörer anzupreisen. Musik kann Raum brauchen. Das will niemand anzweifeln, doch wenn Musik diesen Raum nicht nutzt und zu vorsichtig dem Regelwerk eines Genres folgt, dann müssen die Grundideen der Titel wirklich zünden. Im Fall der Mojo Makers tun sie das allerdings zu selten, als das man sich über stilgetreu vorgetragenen Blues allzu sehr freuen möchte.

Anspieltipps:

  • The Devil
  • Wild Moon Child
  • Red Lights

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