James Blunt - Moon Landing - Cover
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James Blunt Moon Landing


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

In Hinblick auf ein ambitioniertes Songwriting, stellt dieses Werk den Tiefpunkt im Schaffen des kleinwüchsigen Ex-Panzerfahrers dar.

Obwohl James Blunt mit seinem Debütalbum „Back To Bedlam” (11/2004) nicht nur im heimischen Großbritannien sämtliche Verkaufsrekorde brach (das Werk ist mit insgesamt mehr als elf Millionen verkauften Einheiten das bestverkaufte Album der 2000er Dekade), steht er in der Gunst des britischen Publikums nicht besonders hoch. Der dort als „kleinwüchsiger Ex-Panzerfahrer und penetranter Balladen-Onkel“ verspottete Sänger und Songschreiber hat sein treuestes Publikum tatsächlich in Deutschland, das die bisherigen Scheiben des 39-Jährigen zwei Millionen Mal kaufte.

Mit „Moon Landing“ steht nun der fünfte Studio-Longplayer des Engländers an, der von Tom Rothrock (Beck, Moby, Foo Fighters, Badly Drawn Boy) und Martin Terefe (Jason Mraz, KT Tunstall, James Morrison, Backstreet Boys) produziert wurde. Als Vorab-Single wurde das von Ryan Tedder (Adele, Beyoncé, Maroon 5, Athlete, Adam Lambert, Ellie Goulding) geschriebene „Bonfire heart“ ins Rennen geschickt, das sich auf Anhieb auf Platz eins der deutschen Single Charts platzieren konnte. Kein Wunder: Mit der sehr geschickt bei Of Monsters And Men, Mumford & Sons und The Lumineers zusammengeklauten Folk-Pop-Hookline, wurde ein unwiderstehlicher Dauerbrenner geschaffen, der sich auch als exzellenter Kickstarter für die „Moon Landing“-Verkäufe erweisen wird. Ein genialer Schachzug, den man erst einmal so hinbekommen muss!

Konsequent, seinem Ruf alle Ehre machend, beginnt Blunt sein neues Album mit dem balladesken „Face the sun“, das sich allerdings im Fortgang in eine dramatische Hymne verwandelt, am Ende aber etwas abrupt ausklingt. Hier wäre mehr drin gewesen. Dennoch zeigt das Stück, dass James Blunt bei aller schlageresken Melodieseligkeit ein Händchen für tollen Songwriter-Pop besitzt. Nur leider kommt auf „Moon Landing“ zu wenig davon vor. Denn Titel wie „Satellites“ und „The only one“ sind einfach nur belanglose Schunkel-Schlager, und Piano-Balladen wie „Sun on Sunday“ lediglich nette Versuche, Tiefe und Atmosphäre zu erzeugen.

Noch schlimmer wird es, wenn James Blunt versucht, so etwas wie tanzbare Popmusik zu kreieren („Bones“) oder auf der Ukulele Jack Johnson nachzueifern („Postcards“). Mit solchen Kuriositäten versandet das eh nur 40 Minuten kurze Werk immer stärker in absoluter Belanglosigkeit und stellt in Hinsicht auf ein ambitioniertes Songwriting den bisherigen Tiefpunkt im Schaffen des kleinwüchsigen Ex-Panzerfahrers dar.

Anspieltipps:

  • Miss America
  • Bonfire heart
  • Face the sun

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