King Khan & The Shrines - Idle No More - Cover
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King Khan & The Shrines Idle No More


  • Label: Merge Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der hellblaue Rächer ist zurück und bleibt in erster Linie eine Live-Attraktion.

Wer oder was ist King Khan? Diese Frage stellt sich auch nach knapp 15 Jahren Bandgeschichte immer noch. Der zu Beginn seiner Karriere im kanadischen Underground, sozusagen dem Underground des Undergrounds, aktive Künstler könnte als indischer Elvis wie auch als britisches Pop-Stück durchgehen. Derzeit gerne im hellblauen Rächerkostüm unterwegs, ist sich Khan mit seinen The Shrines live treu geblieben. Der Sänger versucht ein optisches Spektakel zu bieten, welches sich mit Rock und Soul vereint, die den letzten Jahrzehnten Tribut zollen. Da werden bei längeren Zeitreisen Erinnerungen an das dänische Pop-Duo Junior Senior wach.

Gleich vorneweg ist zu sagen, dass keines der Lieder auf „Idle No More“ lange im Kopf bleibt. Diese Musik lebt ganz allein von ihrer Energie und auch davon, dass sie live vorgetragen wird. Tracks wie „Bite My Tongue“ und „Luckiest Man“ quellen vor lebendigem Soul geradezu über. King Khan gibt beim vorpreschenden Gesang alles und Bläser, Keyboards mit Orgelklang und treibende Drums führen zusammen mit Slide-Gitarren durch einen Wahnsinn, der einfach nur zum Tanzen animieren will. Diese Versatzstücke hat man so schon gehört, doch die Hauptaufgabe besteht die Band mit Bravour. Man kann und will nicht still halten.

Wenn sich Khan und seine Shrines dann wieder ihren Garage-Rock-Wurzeln zuwenden, kommt es zu Hit-and-Miss-Angelegenheiten. „Better Luck Next Time“ versucht - zumindest auf dem Album – vergebens, an die krachende Coolness großer Punkbands zu kommen, während der Opener „Born To Die“ eine der rockigen und guten Nummern auf einem Kasabian-Album sein könnte. Diesen Scheideweg treten auch die Balladen an, wenn „Darkness“ gehörig uninspiriert von nur dem Titel gebenden Wort zu leben scheint und „Pray For Lil“ und „Of Madness I Dream“ sich als angenehme Indie-Hymnen präsentieren.

Auch wenn die zweite Hälfte des Albums den Soul hinten anstellt, ist aus genug der Garage-Rock-Nummern eine gewisse Qualität herauszuhören, die sich besonders live entfalten dürfte. Auf dem Album selbst bleibt es leider beim Ansatz, der jenen nicht so viel Freude bereiten wird, die die Band noch nicht live sehen konnten. Da schaffen auch Videos im Internet keine wirkliche Abhilfe. Es ist am Ende aber diese Energie, die in der Musik King Khans liegt, die das Album letztlich doch über den Durchschnitt hebt. Sie sind das kurze Abenteuer für zwischendurch und machen Spaß, solange sie laufen. Darüber hinaus fehlt es allerdings an richtig gut geschriebenen Songs, die so nur mit der Live-Packung richtig heiß laufen.

Anspieltipps:

  • Born To Die
  • Luckiest Man
  • Of Madness I Dream

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