Garland Jeffreys - Truth Serum - Cover
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Garland Jeffreys Truth Serum


  • Label: India/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Solide Songsammlung, die dann am besten mundet, wenn Stile gemixt werden.

Garland Jeffreys hatte im Jahr 1980 mit dem hübschen Pop-Reggae „Matador“ einen massiven Single-Hit. Der Titel belegte sieben Wochen lang Platz 2 der Verkaufscharts in Deutschland. Erst 12 Jahre später machte er noch mal Bekanntschaft mit den Charts: „Hail Hail Rock`n`Roll“ belegte Platz 12 der Hitliste. Dabei war er sowohl vor seinem ersten wie auch nach seinem zweiten Hit musikalisch aktiv.

Der New Yorker, der mit multikulturellen Einflüssen groß wurde und Musiker wie John Cale, Lou Reed und Bruce Springsteen zu seinen Freunden zählt, macht sich relativ rar, brachte aber im Jahr 2011 nach 14 Jahren Pause mit „The King Of In Between“ ein vielbeachtetes Comeback-Album auf den Markt.

Der 70-Jährige ist ein unkomplizierter Songwriter, der simplen Rock`n`Roll mit Pop, R&B und Reggae zu einem intelligenten und leidenschaftlichen Mix verbinden kann. Gerne auch mit persönlichen oder gesellschaftspolitischen Bezügen. Das neue Album ist ihm jedoch nicht durchgängig auffällig geraten. Garland Jeffreys beherrscht sein Gewerbe sehr souverän und routiniert und genau das ist ihm manchmal anzulasten, denn es fehlt einigen Tracks einfach das spritzige, überraschende Element.

Versucht er sich als klassischer Singer/Songwriter, ohne Beimischung eines anderen Stils, dann wirkt er zu brav und austauschbar. Diese Songs sind im Niemandsland zwischen Springsteen und John Mellencamp angesiedelt („Is This The Real World“, „Ship Of Fools“, „Far Far Away“).

Am besten ist er, wenn er kompromisslos rockt. So wie im stumpfen, trocken und monoton brodelnden „Collide The Generations“, das seine Ursprünge bei Velvet Underground und Jonathan Richman`s Modern Lovers hat. Auch seine mit Blues infizierten Tracks sind gut gelungen. Der Song „Truth Serum“ überzeugt durch eine giftig schlängelnde Slide-Gitarre und einen rumpelnden Rhythmus, wie man ihn vom Blues-Meister Howlin` Wolf kennt und schätzt. Der Boogie-Blues „Colorblind Love“ kann mit prickelndem Pop-Zusatz punkten. Wenn Garland seine Songs mit Reggae Rhythmus garniert, hört man auch gerne hin („Dragons To Slay“). Seine Verbindung von Pop und Rhythm & Blues in „Any Rain“ sowie die Ballade „It`s What I Am“ gehören ebenfalls zu den gelungeneren Momenten auf diesem Werk. Garland Jeffreys ist tendenziell unter seinen Möglichkeiten geblieben. Das Album ist grundsolide, kann aber einen durchgehenden Spannungsbogen nicht halten.

Anspieltipps:

  • Truth Serum
  • Collide The Generations
  • Colorblind Love
  • Dragons To Slay

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