Agnes Obel - Aventine - Cover
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Agnes Obel Aventine


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach ihrem philharmonischen Debüt sucht Agnes Obel Popzugänge für ihre klassisch angehauchten Arrangements.

Die Nutzung der Möglichkeiten von Saiteninstrumenten ist bei vielen Musikern auf gewisse Arten von Liedern beschränkt. Die von Gefühlen durchnässte Ballade darf zu obligatorischen Einlagen ansetzen. Meistens sind Cello und Co. allerdings nicht mehr als ein bloßes Gimmick, das fast schon pflichtbewusst angewandt wird. Die dem Klassik-Pop zugeschriebene Dänin Agnes Obel teilt diese Ansichten nicht, was kaum überrascht. Stattdessen rückt sie tiefe Streich- und Zupfinstrumente ins Zentrum ihres neuen Albums „Aventine“.

Die Wirkung ist für aufmerksame Ohren gedacht. Um dem von Agnes dargebotenen Klavierspiel mehr Tiefe zu geben, offenbart sich insbesondere das Cello als goldrichtige Entscheidung. „Fuel To Fire“ und „Dorian“ sind nach dem etwas verhaltenen instrumentalen Auftakt wunderbar düster angehauchte Akustik-Pop-Stücke. Es wird nicht zu sehr auf den klassischen Faktor bestanden, was das Album zugänglicher und den Pop hinter der Klassik-Fassade deutlich macht.

Der Titeltrack ist dann doch eine Nummer dieser Art zu viel und das experimentelle „Run Cried The Crawling“ hätte sich dazwischen mogeln dürfen, um zu etwas Abwechslung zu verhelfen. Dass Obel noch mehr Ideen als den dunklen Pop-Song hat, beweist sie erst auf der zweiten Hälfte des Albums. „The Curse“ ist eine echte Hymne und „Pass Them By“ arbeitet mit Folk-Elementen und stellt das sonst so prägnante Klavier in den Hintergrund. Da fällt die minimalistische Nummer „Words Are Dead“ überhaupt nicht negativ auf, sondern als späte Rückkehr zu Agnes' Stimme und ihrem Instrument.

Der Abschluss des Albums verzockt sich leider in seiner Präsentation. „Fivefold“ ist nach dem Opener und „Tokka“ ein Instrumentalstück zu viel und trotz mehrstimmigen Gesangs ist „Smoke & Mirrors“ nach dem so ruhigen „Words Are Dead“ zu verhalten, um einen echten Schlusspunkt zu setzen. Der ansonsten starken zweiten Hälfte und dem gelungenen Konzept von Akustik-Pop-Songs ist es zu verdanken, dass Agnes Obels neue Platte trotz diverser Schwächen ein richtig gutes Stück Musik geworden ist.

Anspieltipps:

  • Fuel To Fire
  • The Curse
  • Pass Them By

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