Korn - The Paradigm Shift - Cover
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Korn The Paradigm Shift


  • Label: Caroline/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit Rückkehrer Brian „Head” Welsh geht es zurück zu den Wurzeln. Zumindest ein bisschen !

Nach einer jahrelangen künstlerischen Irrfahrt, macht die eigentlich nicht für möglich gehaltene Rückkehr des Gründungsmitglieds Brian „Head” Welsh (43), der zuletzt auf dem „Take A Look In The Mirror“-Album (11/2003) zu hören war, Hoffnung darauf, dass Korn auf ihrem elften (!) Studioalbum „The Paradigm Shift“ endlich das Ruder herumreißen können und uns Sondermüll der Marke „Path Of Totality“ (12/2011), den nur noch verblendete Fan-Girls und -Boys verteidigt haben, künftig nie wieder antun werden.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Mit dem von Don Gilmore (Linkin Park, Lacuna Coil, Escape The Fate, Avril Lavigne, Good Charlotte) produzierten „The Paradigm Shift“ bewegen sich Korn deutlich hörbar zurück zu ihren Wurzeln. Die Songs sind zwar nicht mehr so genial krank wie auf den ersten beiden Longplayern, doch wenigstens konnte der Dubstep-Irrsinn fast vollständig ausgerottet werden. Dadurch weckt „The Paradigm Shift“ den Eindruck dezent modernisierter Nu-Metal-Klänge (die ja nun auch schon 20 Jahre auf dem Buckel haben) und wie ein Versöhnungsangebot an die Fans von „Life Is Peachy“ (10/1996).

Auch wenn der Korn-Sound inzwischen eindeutig polierter klingt als früher, sind sich die Mannen um ihren kreativen Amtsvorsteher Jonathan Davis (42) ihrer alten Stärken bewusst geworden und haben wieder die kellertief-gestimmten Stakkato-Riffs aus dem Schul-Tornister gefummelt, die der Hörerschaft Gänsehaut auf den Rücken zaubern. Ein klarer Schritt zurück, aber ein richtiger Schritt! Allein schon der wie ein Parkinson-Tremor knatternde Opener „Prey for me“ erwirkt ein debiles Grinsen beim Hörer. Dass die Electro-Tendenzen trotzdem nicht ganz getilgt sind, zeigen beispielhaft Stücke wie „Love & Meth“ oder auch „Spike in my veins“. Darin wird zwischen klarem Gesang und bösem Death-Gegrunze bzw. verfremdeten Vocals hin und her changiert, unterlegt von einem stetigen elektronischen Industrial-Pluckern.

Jetzt wäre es natürlich schön, wenn Korn die Form der ersten drei, vier Songs auch über die Länge des gesamten Albums retten könnten, auch wenn das für ein Reunion-Werk vielleicht etwas zu viel verlangt ist. Dass das leider nicht gelingt, zeigt sich ungefähr zur Hälfte des Longplayers, nach der sich die Songstrukturen immer häufiger wiederholen und der Band die kreative Luft auszugehen droht. Doch nach einer Katastrophe wie „Path Of Totality“ ist selbst ein maximal solides Album wie dieses eine Offenbarung.

Anspieltipps:

  • Never never
  • Prey for me
  • What we do
  • Mass hysteria
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