Dapayk And Padberg - Smoke - Cover
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Dapayk And Padberg Smoke


  • Label: Mo´s Ferry/Rough Trade
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Jenseits der Clublichter ist die Stimmung düster, vernebelt und ruhig.

Das Ehepaar Worgt und Padberg veröffentlicht sein viertes Studioalbum diesmal wieder auf Mo's Ferry. Ihr letztes Album, „Sweet Nothings“, erschien im Jahr 2012 bei Stil vor Talent, dem Hauslabel von Oliver Koletzki. Mit der Entscheidung, wieder auf Worgts eigenem Label zu veröffentlichen, setzt das Duo bereits vorweg ein Zeichen. Mit „Smoke“ entfernen sich die beiden vom House und Techno für die Clubs und setzen bewusst auf mehr Songwriting.

Das Album wurde irgendwo in den Lowlands im südlichen Schottland aufgenommen. Die Ruhe, die fehlende Hektik, die man mit diesem Ort verbindet, wird dem Thema von „Smoke“ bereits gerecht. „Drowning Inside You“ ist düster und atmosphärisch, Padbergs Stimme klingt zerbrechlich, wird manchmal durch einen Vocoder ausgedünnt. Abseits von Hooks, die ständig wiederholt werden, und möglichst eingängigen Beats für die Clubs, ist es Worgt und Padberg gelungen, ein Werk zu kreieren, das elektronische Instrumentalisierung gekonnt mit Songwriting kombiniert.

Vergleiche mit The XX und James Blake werden zwar immer noch auf Unverständnis stoßen, sind in der Essenz aber gar nicht so abwegig. Dapayk packt nicht selten von Dubstep inspirierte Breaks aus und bleibt dabei seinem Ruf entsprechend angenehm minimalistisch („Headless Queen“). Eva Padberg verleiht ihrer Stimme in Filigranarbeit die nötige Anmut, um die Atmosphären, die mit flächigen Synthies nebenbei aufgebaut werden, wirken zu lassen. „Pavements“ beweist, dass das auch fast komplett ohne Vocals funktioniert. Eine Anmerkung hat hier das eingespielte Klirren zweier Weingläser verdient.

Dennoch hat „Smoke“ durchaus seine Schwächen. „Ginger“ kann mit langweiliger Melodie keinesfalls glänzen, der Bass, der klingt als würde jemand Möbel rücken, klingt erstmal nett, ist später aber nur seltsam. „Smoke“ hingegen kann instrumentell einiges, kombiniert wabernde Synthies mit schönem Beat und Effekten aus Krimis der 80er-Jahre. Padbergs Vocals klingen stellenweise leider ein wenig gezwungen, im „Smoke“-Part wird das am deutlichsten spürbar.

Dapayk und Padberg lassen sich jedoch nicht ganz aus den Clubs wegdenken. Zwar haben selbst schnellere Tracks wie „Ingwer“ und „Layers“ etwas kratziges, obskures an sich, doch die Beats eignen sich sicherlich immer noch für die Tanzfläche. Mit „Dark Days“ und „Some Air“ gibt es sogar akustische Gitarrenklänge auf die Ohren, die vor allem auf „Some Air“ schon für eine poppige Atmosphäre sorgen und leicht clubtauglich gemacht werden können. „Ingwer“ und „Joachim's Kalimba“ sind dafür zwei kurze Interludes mit ein bisschen Glitch, ein bisschen Chillwave. Somit ist auf „Smoke“ auch für einiges an Abwechslung gesorgt. Wer also ein Club-fokussiertes Album wie „Sweet Nothings“ erwartet, und sich an ruhigerem Elektro nicht erfreuen kann, wird enttäuscht werden. „Smoke“ bleibt im Gesamtbild eben eher dunkel und intimer, die Instrumentalisierung überlegter und atmosphärischer.

Anspieltipps:

  • Headless Queen
  • Pavements
  • Ingwer
  • No Words

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