AFI - Burials - Cover
Große Ansicht

AFI Burials


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Werk, das die Balance zwischen Mainstream und harter Rockmusik gekonnt hält.

Was bei AFI einstmals in den frühen 90er Jahren als Hardcore- und Punkband begann, hat sich im Laufe der Jahrzehnte und nach inzwischen acht Studioalben immer mehr zu einer von Mainstream-Marktvorgaben rundgeschliffenen 08/15-Rockband entwickelt, die dadurch viel von ihrer Identität eingebüßt, aber durch ihre treue Fan-Schar noch nicht den Boden unter den Füßen verloren hat. Und so geht es vier Jahre nach dem fast schon als poppig zu bezeichnenden „Crash Love“-Album (09/2009) mit „Burials“ weiter in eine doch recht ungewisse Zukunft. Es sei denn, das von Gil Norton (u.a. Counting Crows, Pixies, Foo Fighters, Jimmy Eat World, SR-71) produzierte Werk bietet wieder deutlich mehr Substanz als sein Vorgänger.

Und siehe da, schon der bedrohlich-düstere Opener „The sinking night“ ist gehaltvoller als „Decemberunderground“ (06/2006) und „Crash Love“ zusammen, während das bitterböse „I hope you suffer“ mit Industrial-Anleihen um die Ecke kommt und erst mal nur vermuten lässt, dass Sänger und Texter Davey Havok (37) irgendetwas Schlimmes in den Songs verarbeiten möchte. Doch nach zwei Stücken wurde erst einmal genug gelitten. Denn „A deep slow panic“ und „17 crimes“ stampfen mit treibenden Rhythmen und Pop-Punk-Refrains erster Güte voran. „No resurrection“ und „The conductor“ krallen sich dagegen ein paar extra-dunkle Elektro-Wave-Rock-Versatzstücke zwischen Joy Division und The Cure aus der Schublade, ohne die großen Emo-Gesten zu vergessen.

Auf diese Weise legen sich AFI ganz geschickt ein paar neue Strukturen zu, auch wenn Songs wie „Heart stops“ oder auch „Rewind“ eine Spur zu viele Emo-Zuckerstückchen in die Waagschale werfen und im letzten Viertel des Albums zu sehr auf alte Sound-Trademarks gesetzt wird. Trotzdem steht mit dem düsteren „Burials“ am Ende ein Werk zu Buche, das die Balance zwischen Mainstream und harter Rockmusik gekonnt hält und deshalb zu den besseren AFI-Alben gezählt werden kann.

Anspieltipps:

  • Anxious
  • No resurrection
  • I hope you suffer
  • A deep slow panic
  • Greater than ‘84

Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Power Up
  • 2020    
4.5/10

Na Gut Dann Nicht
  • 2020    
Diskutiere über „AFI“
comments powered by Disqus