Howard Carpendale - Viel Zu Lang Gewartet - Cover
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Howard Carpendale Viel Zu Lang Gewartet


  • Label: Electrola/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Viel Zu Lang Gewartet“ ist der Ergebnis eines ungewöhnlichen Projekts.

Mit „Viel Zu Lang Gewartet“ legt Howard Carpendale (67) diesmal kein Album vor, das er sich von seinen Stamm-Textern und –Komponisten auf den Leib schreiben ließ, sondern das Ergebnis eines ungewöhnlichen Projekts, das der Hörer mit einem, nun ja, herkömmlichen Schlagerstar niemals in Verbindung bringen würde. Und zwar hat der gebürtige Südafrikaner zusammen mit seiner Plattenfirma eine Art Songwriting-Camp ins Leben gerufen, das in dem Berliner „nhow“ Lifestyle-Hotel seinen kreativen Stützpunkt hatte. Hier sollten die Lieder von Carpendales neuestem Werk in Gemeinschaftsarbeit entstehen.

Die Luxus-Design-Herberge mit integriertem High-End-Tonstudio und Panoramablick über die Hauptstadt, war für 15 Songschreiber, darunter etablierte Künstler wie Diane Weigmann, Jasmin Shakeri und Johannes Oerding, aber auch jede Menge junge und unbekannte Kreativköpfe, einige Wochen lang die Keimzelle für einen mutigen Schritt, um aus den eingefahrenen Entstehungsprozessen eines Albums herauszukommen. Dass „Viel Zu Lang Gewartet“ am Ende doch wieder typisch nach unserem Howie klingt, ist allerdings keine große Überraschung.

Auch wenn die Geschichte von dem Art-Camp mit jungen Songwritern hochinteressant klingt, dürfte klar sein, dass Howard Carpendale sein Publikum niemals mit Liedern erschrecken würde, die es ablehnen könnte. Und so stellten sich alle Komponisten und Texter in den Dienst der Sache und renovierten den Carpendale-Klangkosmos lediglich um Nuancen, wodurch ein zeitgemäß und modern klingendes Schlager-Pop-Werk, mit der Betonung auf „Pop“, entstanden ist.

Okay, mit zunehmender Spieldauer wird es auch auf dieser Platte immer seichter („Lass uns innehalten“, „Unterwegs“, „Du warst da“, „Die Musik bleibt“), doch mit regelrecht hymnischen Melodien wie in „In diesem Moment“ und „Wie viel sind eine Billion“ sowie angenehm organisch instrumentierten Popsongs wie „Lang nicht mehr gemacht“ und potenziellen Hitsingles wie „Teilen“, ist die Ausbeute an guten bis sehr guten Stücken auf einem Level, der das vorliegende Album zu einem sympathischen und gelungenen Experiment macht.

Anspieltipps:

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