Kelly Clarkson - Wrapped In Red - Cover
Große Ansicht

Kelly Clarkson Wrapped In Red


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Wrapped In Red“ hat schöne Songs, aber auch Momente, in denen sich die Fußnägel aufrollen möchten.

In den USA haben Weihnachtsalben von bekannten Rock- und Popstars eine sehr lange Tradition, die Jahr für Jahr munter weitergeführt wird und spätestens im Oktober eines Jahres mit frischen Werken aufwartet, wobei die Bezeichnung „frisch“ aufgrund des oftmals klassischen Liedguts eher relativ ist. Doch egal, ob eher seltene Eigenkompostionen zum Thema Weihnachten an den Start gehen oder altbekannte Traditionals zum x-ten Mal aufgewärmt werden, changieren die Ergebnisse grundsätzlich zwischen peinlich und kurios oder herzerwärmend und stilvoll, und üben damit einen ganz besonderen Reiz aus, obwohl die vertretenen Lieder ja in aller Regel mehr als bekannt sind.

Nachdem die frisch verheiratete Kelly Clarkson (jetzt Blackstock) im vergangenen Jahr ein Greatest-Hits-Album in das Rennen ums umkämpfte Weihnachtsgeschäft geschickt hat, ist es in diesem Jahr also ein Werk mit Liedern rund um das große Weihnachtsfest. Damit reiht sich die 31-Jährige in eine lange Liste mit Kollegen wie Christina Aguilera, Michael Bublé, Mariah Carey, Bob Dylan, Bad Religion, Destiny’s Child, Melissa Etheridge, Sheryl Crow, Delta Goodrem, Christina Perri, Jessica Simpson, Rod Stewart und KT Tunstall ein, die ebenfalls alle schon ein Weihnachtsalbum produziert haben.

Kelly Clarkson präsentiert auf „Wrapped In Red“ eine Mischung aus den üblichen Klassikern zum Fest wie „Have yourself a merry little christmas“, „Blue christmas“, „Run run Rudolph“, „White christmas“ oder auch „Please come home for christmas“ sowie diversen neuen Kompositionen wie „Underneath the tree“ oder der Titeltrack, die die Texanerin u.a. zusammen mit Greg Kurstin (Lily Allen, P!nk, Jamelia, Marina & The Diamonds) aufgenommen hat. Die eigenen Stücke folgen dabei dem gängigen Schema für neue Weihnachts(pop)songs, von denen allerdings keiner das Potenzial hat, zu einem Klassiker à la „Last Christmas“ (Wham!) oder auch „All I want for christmas is you“ (Mariah Carey) zu werden.

So gestaltet sich „Wrapped In Red“ am Ende überraschend arm an Höhepunkten, zu denen die Interpretationen von „Have yourself a merry little christmas“ in einem von klassischen Streichern geprägten Klangbild, das herrlich rockige „Run run Rudolph“ sowie die angenehm entspannten Versionen von „Blue christmas“ und „Baby, it’s cold outside“ zählen, wobei wieder einmal auffällt, dass Sängerinnen, die mit einer herausragenden Stimme gesegnet sind, immer wieder dazu neigen, diese nicht in den Dienst der Sache zu stellen, sondern sich einem gnadenlosen Overacting hingeben, das den besten Song in Stücke zerreißt. Auch Kelly Clarkson neigt leider dazu, sodass ihr im Grunde ganz passables „Wrapped In Red“-Album ein paar Momente beinhaltet, in denen sich die Fußnägel aufrollen möchten.

Anspieltipps:

  • Silent night
  • Blue christmas
  • Run run Rudolph
  • Baby, it’s cold outside
  • Oh come, oh come Emmanuel
  • Please come home for christmas (bells will be ringing)

Neue Kritiken im Genre „Pop“
6.5/10

Ge Bitte!
  • 2018    
Diskutiere über „Kelly Clarkson“
comments powered by Disqus