The Safety Fire - Grind The Ocean - Cover
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The Safety Fire Grind The Ocean


  • Label: Insideoutmusic (Universal)
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein schönes Progressive Metal-Fundament macht noch keine Djent-Villa.

Als Kinder zusammen gejammt, als Erwachsene eine Band gegründet - so einfach ist die Formel hinter der britischen Formation The Safety Fire. Dass die großen Idole in der Jugendzeit nicht die Backstreet Boys oder David Hasselhoff waren, sondern eher metallisches Gut aus den Kinderzimmern dröhnte, dürfte nach den ersten Sekunden von „Huge hammers“, dem Auftakt des Debüts „Grind The Ocean“, ebenfalls auf der Hand liegen, schließlich brechen Sean Robert McWeeney (Gesang), Derya Oisin Nagle (Gitarre), Joaquin Ardiles (Gitarre), Lorenzo Anton Carlo Peri (Bass) und Calvin Simon Tulloch Smith (Schlagzeug) hier mit einer technisch versierten Urgewalt aus den Boxen, dass einem Hören und Sehen vergeht. Hat man den Erstschlag aber erst einmal überstanden, erfreut man sich an der differenzierten Abmischung von Altmeister Jens Bogren (Opeth, Katatonia und Amon Amarth) und lauscht andächtig, wie sich der Fünfer an seinen Instrumenten austobt bzw. diese an ihre Grenzen treibt.

The Safety Fire halten nämlich nicht viel von herkömmlichen Strukturen und so fühlt man sich während der guten Dreiviertelstunde von „Grind The Ocean“ wie ein Statist in der Handlung von „Inception“ und weiß nach zwei Minuten gar nicht mehr, wie der Song eigentlich angefangen hat und kann beim besten Willen nicht erraten, wie dieser wohl aufhören mag. Dieses Spiel mit der Erwartungshaltung beherrschen McWeeney & Co. zwar perfekt, allerdings nutzen sie dies nicht immer zu ihrem Vorteil und so kommt es relativ häufig vor, dass der Hörer in den durchschnittlich sechs Minuten langen Tracks den roten Faden verliert (wenn es denn einen geben sollte) und sich lieber anderen Dingen zuwendet oder beherzt auf die Skip-Taste drückt.

Gut, die fünf Briten beherrschen ihre Instrumente und sie wissen was Progressivität bedeutet, doch nach über fünfzehn Minuten voller Rhythmusverrenkungen und plötzlichen Laut/Leise-Attacken ist man froh, wenn ein andächtiges Instrumental wie „Seagraves“ als Ruhepol fungiert und positiv an TesseracT erinnert, die ständigen Tempo- und Taktwechsel in geordneteren Bahnen ablaufen („Animal king“) oder die Erforschung der einzelnen Kompositionen Spaß macht und man gerne auf eine böse Falltür tritt („Sections“) anstatt mutwillig in eine hinein gestoßen zu werden, nur damit die nächste Hype-Maschinerie das Prädikat „Mindfuck“ ausgraben kann („DMP (FDP)“, „Floods of colour“). The Safety Fire haben trotzdem aufgrund eines breit gefächerten Ideenspektrums die besseren Karten, wenn es darum geht, den aktuellen Djent-Supergau zu überleben, allerdings müssen sie ihre Energie erst einmal zu bündeln wissen und davon sind sie auf „Grind The Ocean“ noch viel zu weit entfernt.

Anspieltipps:

  • Sections
  • Seagraves
  • Animal King

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