The 1975 - The 1975 - Cover
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The 1975 The 1975


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Vier Burschen aus dem Umland von Manchester werfen alles in die Waagschale, was die Popmusik der letzten 30 Jahre zu bieten hat.

The 1975, das sind vier Schulfreunde aus dem englischen Wilmslow, Cheshire, im Einzugsgebiet der Metropole Manchester, die einst als raue Punkrockband mit stetig wechselnden Namen anfingen zu musizieren, ehe sich Sänger Matthew Healy, Gitarrist Adam Hann, Bassist Ross MacDonald und Drummer George Daniel Ende 2011 endgültig zu ihrem Bandnamen The 1975 bekannten und in den Church Studios in Crouch End ihre ersten Songs einspielten.

Schon damals war Mike Crossey (The Kooks, Arctic Monkeys, Keane, Razorlight, Jake Bugg) als Produzent mit The 1975 im Studio und half bei der Entstehung der „Facedown“, „Sex“, „Chocolate“ und „IV“ EP-Serie mit. Auch für das selbstbetitelte Debütalbum der vier Jungspunde saß er an den Reglern, von dem Sänger Matt Healy sagt: „Jeder dieser Songs ist ein Lied, das ich jemandem vorspielen würde, um einen Eindruck meiner Band zu vermitteln. Sie ist alles, was wir sind. Wir machen kein Album, um ein paar Singles zu unterstützen, wir gehen aufs Ganze! Auf deinem Albumdebüt musst du zeigen, was du drauf hast.“ Wie recht er doch hat.

The 1975 warfen für ihr Debüt Art-Rock, Electro, R&B, HipHop und 80er-Jahre-Pop in einen großen Topf und entwickelten daraus ein über weite Strecken infektiöses Dance-Pop-Album, das nur im letzten Viertel etwas in die Beliebigkeitsfalle tritt. Bis dahin unterziehen sich die vier Briten einer Metamorphose nach der anderen und schlagen sich nacheinander die Kleider von Everything Everything, Michael Jackson, Phoenix, The Streets, Joy Division, The National, Interpol, The Weeknd, Peter Gabriel und Frank Ocean um.

Dabei schaffen es The 1975, zum einen eine durchgängig spannende Atmosphäre zu kreieren und zum anderen ein paar echte Hits abzuliefern. Eine Fähigkeit, die den meisten Bands in dieser Kombination schwer abgeht. So legt „The city“ als pumpender Synthie-Popper gleich zu Beginn das Visier zur Seite und entlarvt The 1975 als hemmungslose Melody-Freaks, die sich nicht scheuen, ihre in den späten 80er Jahren aufgesogenen Einflüsse einzubauen. „M.O.N.E.Y.“ besteht ebenfalls aus dieser Retro-Grundlage, agiert aber mehr im R&B- und Disco-Segment, während „Chocolate“ eine lupenreine Radio-Pop-Nummer mit erhöhtem Gute-Laune-Faktor ist. Darüber hinaus kombiniert „Sex“ einen mitreißenden Bass-Groove mit flirrenden U2-Gitarren, „Heart out“ und „Settle down“ führen schnurstracks auf den Dancefloor, „Robbers“ begeistert als hypnotische Pop-Hymne und „Girls“ versprüht eine sommerlich-leichte Melodie.

The 1975 haben mit ihrem Debütwerk ein klares Bekenntnis zur Popmusik in all ihren Facetten abgeliefert. Dabei mussten sie noch nicht einmal besonderen Mut zur Lücke mitbringen, denn vieles von dem, was The 1975 in den 16 Tracks aufgreifen, war so oder in anderer Form bereits da. Doch durch das Selbstverständnis dieser vier Briten wird daraus ein in sich stimmiges Werk, das nicht abkupfert, sondern Trends definiert.

Anspieltipps:

  • Sex
  • Robbers
  • The city
  • Chocolate
  • Heart out

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