David Garrett - Garrett Vs. Paganini - Cover
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David Garrett Garrett Vs. Paganini


  • Label: Decca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutschlands Stargeiger spielt nicht nur die Hauptrolle im Film „Der Teufelsgeiger“, er hat sich auch um das begleitende Album gekümmert.

Seit nunmehr sieben Jahren vereint David Garrett erfolgreich Fronten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Hand in Hand gehen bei ihm Klassik und Rock, gehört wird er von Jung und Alt und selbst sein lässiges Aussehen stünde im Widerspruch zu seiner perfektionistischen Art, Geige zu spielen. Wäre da nicht die gekonnt inszenierte Symbiose all dieser Gegensätze, durch die Garrett beweist: es kann funktionieren. Sein neues Projekt verbindet ausnahmsweise zwei Elemente, die ohnehin zusammengehören: Film und Musik. Doch wäre Garrett wohl nicht Garrett, würde er es sich ganz so einfach machen.

Das Album zum Film „Der Teufelsgeiger“, in dem Garrett in die Hauptrolle des großen Paganinis schlüpft, ist nämlich kein Soundtrack im eigentlichen Sinne. Tatsächlich sind die meisten Stücke zwar Werke des italienischen Geigenvirtuosen. Doch scheut sich Garrett nicht vor Eigeninterpretationen und der Zugabe von Stücken anderer großer Geiger, die Niccolò Paganini selbst oder für dessen Zeit besonders wichtig waren. Darunter fallen beispielsweise Vivaldi, Bach und Chopin.

Doch nicht nur Urgesteine der Klassik, sondern auch berühmte Namen aus unserer Zeit finden Platz auf dem Album. Womit wir wieder bei Garretts außerordentlichem Talent neben der Geige wären: Brücken schlagen, diesmal über Jahrhunderte. Vielleicht, weil David Garrett dafür bekannt ist, ausschließlich Instrumentalstücke zu spielen, wurde ganz besonders auf die stimmliche Auswahl der beiden Ausnahmen geachtet: der Gesang auf der CD kommt von niemand geringerem als Andrea Bocelli („Ma Dove sei“) und Nicole Scherzinger („Io Ti Penso Amore“).

Die beiden Songs sind nahezu perfekt arrangiert und stehen damit stellvertretend für das gesamte Album. Während ein weiterer Gast, Steve Morse, in „Scarlatti Sonata in F minor, k466“ eine Gitarre hörbar macht, stehen nach wie vor Garretts Geige und sein ungebrochenes Talent im Vordergrund: Integriert in eine Mischung aus rockigen Stücken wie dem Opener „Erlkönig“ oder dem unglaublich schnellen „Caprice no. 5“, sowie fröhlich verspielten Anekdoten wie „Carnival of venice“, aus dem die Melodie für das Kinderlied „Mein Hut, der hat drei Ecken“ entnommen wurde. Dazu kommen auf der langen Version sehr ruhige, fast andächtige Momente des Münchner Rundfunkorchesters wie beispielsweise „Urbani Disturbs“.

27 Titel umfasst „Garrett vs. Paganini“ als Deluxe-Version und 15 als Standardwerk, dessen einziges Manko sein dürfte, dass wenig für „die Jugend“ mit dabei ist. Das dürfte jedoch am Film liegen, der Quelle der Inspiration und Auswahl war, und ist daher durchaus gerechtfertigt.

Anspieltipps:

  • Erlkönig
  • Di dove sei
  • Swan lake theme
  • Caprice no. 5
  • A la turca

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