Heinz Rudolf Kunze - Stein Vom Herzen - Cover
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Heinz Rudolf Kunze Stein Vom Herzen


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Gewohnt solide Pop- und Rock-Kost auf Kunzes 34. Album.

Der deutsche Pop-Poet Heinz Rudolf Kunze, immerhin seit 33 Jahren im Geschäft, ist mit seiner Rolle aus Popmusiker scheinbar nicht ausgelastet. Denn schon lange ist der 57-Jährige mehrgleisig unterwegs und betätigt sich u.a. als Schauspieler (Großstadtrevier), Übersetzer (Miss Saigon), Schriftsteller (Manteuffels Murmeln) und Musical-Komponist (POE – Pech und Schwefel). Der Veröffentlichungsquote seiner Alben haben diese breit gefächerten Interessen bisher nicht geschadet. In schöner Regelmäßigkeit bringt der Liedermacher neue Werke auf den Markt und kratzt damit hin und wieder sogar an den Top 10 der Longplay-Charts.

Mit „Stein vom Herzen“ legt Heinz Rudolf Kunze nun sein neuestes Album vor, auf dem er sich die Produktionstätigkeit erstmals mit seinen Band-Kollegen Jens Carstens (Drums, Keyboards, Gitarre, Gesang) und Zoran Grujovski (Gitarre, Bass, Keyboards, Gesang) teilt. „Stein vom Herzen“ ist der mittlerweile 34. (!) Longplayer des gebürtigen Nordrhein-Westfalen. Es erscheint wie schon die vorangegangenen Alben nach Kunzes Weggang von Warner Music auf dem Major Sony Music, allerdings nicht mehr auf dem Ariola-Label, sondern auf dem neu gegründeten Deutschland-Ableger der ehrwürdigen Firma RCA Records.

Auf RCA Records soll Rockmusik „Made in Germany“ wieder stärker in den Fokus gerückt werden, was in Verbindung mit dem Namen Heinz Rudolf Kunze nicht gleich auf Anhieb Sinn ergibt. Doch hört man den Opener „Europas Sohn“, sind Zweifel dieser Art unbegründet. Schließlich hat sich H.R.K. von keinen Geringeren als The Kinks und The Who zur Musik berufen gefühlt. Entsprechend lassen Kunze und seine Verstärkung die Strom-Gitarren aufheulen, während der Meister in gewohnter Manier in seinem Text austeilt. „Das Leben nehmen“ zeigt den Liedermacher dagegen von seiner sanften Seite. Eingebettet in sanfte BritPop-Klänge schaut Kunze zurück und reflektiert über sein bisheriges Leben.

Mit „Hallo Himmel“ zeigt er, dass er die Kunst der hymnischen Radio-Popmusik noch immer beherrscht und dass seine Arrangements beim Kollegen Bruce Springsteen in die Lehre gegangen sein könnten („Küsse unterm Kleid“). Außerdem wären Bap in den frühen 90er Jahren sicher auch gerne mit einem scheppernden Protest-Rocker wie „Schämt ihr euch nicht“ an den Start gegangen und dass ein Teil der Albumaufnahmen in Irland stattfand, hört man der Instrumentierung von „Die Wahrheit eines Siegers“ sehr schön an.

So weit, so gut. Doch nicht alles auf „Stein vom Herzen“ ist auf gleichbleibend hohem Niveau. Die andere Seite der Medaille besteht leider aus Füllmaterial wie „Der Clown schreit Feuer“ (inkl. einem schmierigen Gniedel-Gitarrensolo), schmalzigen Schlagern wie „Komm kleine Fee“ und merkwürdigen Wut-Bürger-Texten wie in „Weltweit Feuer frei“ zu hören. Das trübt den guten Eindruck ein wenig, aber nicht so sehr, dass die übrigen sehr soliden bis guten Songs unbemerkt blieben.

Anspieltipps:

  • Hallo Himmel
  • Europas Sohn
  • Stein vom Herzen
  • Das Glück auf deiner Seite
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