Cult Of Luna - Vertikal II - Cover
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Cult Of Luna Vertikal II


  • Label: Indie Recordings/EDEL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine EP für den kleinen Hunger auf kalte und düstere Atmosphäre.

Cult Of Luna schieben ihrem monumentalen Maschinenepos „Vertikal“ einen kleinen Bruder hinterher, eine Fortsetzung auf EP. Fortsetzungen sind generell eine tückische Angelegenheit, da wird jeder Cineast sicherlich eifrig mit dem Kopf nicken, wenn er an so manch verunglückte Filmfortführung denkt. Eine war aber überaus gelungen, eine, die ebenso von Maschinen handelte, nämlich „Terminator 2“. Nun, „Vertikal II“ ist trotz der 37 Minuten kein vollständiges Album, insofern verbieten sich die Vergleiche. Was aber ist es dann?

Die dampfenden Maschinen verrichten auf „Vertikal II“ weiterhin ihr Werk, monoton drehen sich ihre Kolben, zahlreiche Zahnräder greifen ineinander und forcieren eine stetige, lineare Bewegung. Die Atmosphäre des großen Bruders liegt in der Luft und auch die Spannung ist greifbar nah, doch irgendwas fehlt. Vielleicht ist das nur Einbildung, vielleicht reicht die halbe Stunde nicht aus, um in dieses düstere Klanguniversum einzutauchen, vielleicht sind die Stücke aber tatsächlich etwas ärmer an bemerkenswerten Merkmalen, einfach zu monoton. „Oro“ arbeitet sich fast schon unbemerkt am Hörer vorbei und ist dem abschließenden Track von „Vertikal“ („Passing Through“) viel zu ähnlich, „Light Chaser“ offeriert deutlich mehr Elektronikanteile, aber erst „Shun The Mask“ bietet die Intensität und Kontraste, die wir vom Vorgänger gewohnt sind.

Mit dem letzten Stück wird der Hörer wieder zurück in die Realität geführt, denn dabei handelt es sich um ein Remix von „Vicarious Redemption“, das deutlich elektronischer und trotz der maschinell kalten Stimmung entspannter ist, vermehrt die melodischen Parts des Songs hervorhebt. Justin K. Broadrick (Jesu) hat hier zweifelsfrei eine sehr interessante Version geschaffen, die aber klar von den drei neuen Songs abzugrenzen ist.

„Vertikal“ war lang, fordernd und in sich abgeschlossen, der Hörer nach dem Konsum verstört zurück gelassen (wie beim Film „Metropolis“). Eigentlich war damit alles gesagt, eine Fortsetzung möchte da wohl kaum jemand gleich hinterher schieben, insofern ist „Vertikal II“ was für Zwischendurch, sozusagen für den kleinen Hunger auf kalte und düstere Atmosphäre. Ob es da nicht besser wäre, einfach das 19-minütige „Vicarious Redemption“ vom Vorgänger zu hören, muss jeder für sich entscheiden. Die Fans sollten „Vertikal II“ sicherlich kaufen, der Rest braucht diese Fortsetzung nicht unbedingt, denn viel mehr als eine Verwertung von B-Seiten ist das nicht.

Anspieltipps:

  • Shun The Mask

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