Wizard - Trail Of Death - Cover
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Wizard Trail Of Death


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Metal nach Zahlen für Alzheimer-Kranke: Die Zauberer in Bestform!

Die jüngsten Veröffentlichungen von Wizard sind eine Serie von Fehlentscheidungen: Zuerst wird das Jubiläumsalbum „Thor“ (01/2009), welches das 20-jährige Bestehen der True Metal-Formation in vollen Zügen auskosten sollte, aufgrund fehlenden Wortschatzes gnadenlos an die Wand gefahren, der Nachfolger „...Of Wariwulfs and Bluotvarwes“ (03/2011), welcher sich an die Hagen von Stein-Trilogie von Fantasy-Autor Andre Wiesler anlehnte, war durch die Mitarbeit von Wiesler textlich ein Quantensprung, aber musikalisch nicht mehr als herkömmliche Standardkost und mit „Trail Of Death“, dem zehnten Machwerk von Sven D´Anna (Gesang), Dano Boland (Gitarre), Michael Maass (Gitarre), Volker Leson (Bass) und Sören van Heek (Schlagzeug), geht es nun in tödliches Gefilde, wie schon der Titel mit seiner Doppeldeutigkeit („Trail Of Death“ ist abgekürzt immerhin „TOD“) unmissverständlich aufzeigt.

Doch damit nicht genug, denn ein Blick auf die Namen der elf neuen Tracks offenbart: Wizard waren dieses Mal richtig nachlässig oder einfach unwillig, sich mit ihrem Material auseinander zu setzen. Nicht nur, dass mit „Creeping death“ und „Angel of death“ zwei Songtitel von Metallica und Slayer herangezogen wurden, die absolut nichts mit dem Quellenmaterial zu tun haben, auch die Verwendung des Wortes „death“ in beinahe der Hälfte der Songtitel deutet nicht unbedingt auf Einfallsreichtum hin. Und wem das Konzept bis dahin noch immer nicht klar ist, dem liefert der Pressetext zum äußerst kryptischen Albumcover eine kleine, kunstwissenschaftliche Analyse: „Man sieht den Sensenmann einen Weg entlang gehen, der mit toten Körpern gepflastert ist. In der Hand hält er dabei eine Laterne, in der in einem Feuer eine ewige Seele brennt. Symbolisch soll dies die Hölle darstellen.“ Ach, darum geht es also!

All das wäre nur halb so schlimm, wenn zumindest auf musikalischer Ebene ordentlich zupackender Heavy Metal geboten werden würde, doch weit gefehlt. Jeder Song orientiert sich an klassischem Teutonenstahl der untersten Güteklasse 08 und die Strukturen wurden mit Baukastenschema 15 zusammengesetzt, was nichts anderes bedeutet, als 60 - 90 Sekunden vor Schluss einer jeden Nummer nicht mehr als die Wiederholung des Songtitels geboten zu bekommen, während 3 bis 5 Minuten zuvor gelangweilte Heavy Metal-Klischees aus den Boxen dröhnten. Mal darf die Doublebass ihre Aufwartung machen („Black death“), mal gibt es einen emotional ergriffenen Refrain („Post mortem vivere“), hymnische Stampfeinlagen („We won´t die for metal“) oder eine Powerballade auf Krücken („Death cannot embrace me“), die Mischung aus Manowar und New Wave of British Heavy Metal-Attitüde packt jedoch zu keiner Zeit. Damit sind Wizard nach kurzem Aufbäumen mit „...Of Wariwulfs and Bluotvarwes“ endgültig am Boden der Tatsachen angelangt und sollten, wenn bald keine grundlegende Frischzellenkur stattfindet, über ihre Pension nachdenken oder sich zumindest einen Thesaurus zulegen. So kann es jedenfalls nicht weitergehen!

Anspieltipps:

  • Post Mortem Vivere
  • We Won´t Die For Metal

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