Broken Hope - Omen Of Disease - Cover
Große Ansicht

Broken Hope Omen Of Disease


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach mehr als einer Dekade Totenstille geht es für die ehemaligen Death-Metal-Pioniere wieder in den Fleischwolf.

Ende der 80er-Jahre begann der Metal immer extremere Formen anzunehmen, was sicher nicht nur am legendären Siegeszug einer gewissen Platte namens „Reign In Blood“ von Slayer (10/1986) lag. Brutal agierende Todesbleitruppen wie Cannibal Corpse, Morbid Angel, Vomitory oder Deicide schossen aus dem Boden und Alben wie „Deicide“ (06/1990), „Covenant“ (06/1993) oder „The Bleeding“ (04/1994) erhöhten den Blutzoll dermaßen drastisch, dass sich schnell eine loyale Fanbase bildete, die von Jahr zu Jahr wuchs und das anfängliche Underground-Phänomen in die Charts hievte. Mittendrin befanden sich auch Broken Hope, die wegen ihrer stilistischen Ähnlichkeit zu Cannibal Corpse dem ständigen Vergleich ausgesetzt waren, aufgrund schwankender Verkäufe jedoch nie in die kommerzielle Oberklasse des Death Metal aufgestiegen sind, was nach fünf Alben zur Auflösung im Jahr 2002 führte.

Ein paar Jahre danach wurden Reunion-Gerüchte laut, die allerdings durch den Selbstmord von Sänger Joe Ptacek in 2010 eine tragische Wendung nahmen. Am Boden zerstört, aber mit dem Wunsch, Ptacek ein musikalisches Denkmal zu setzen, wurde am Comeback festgehalten und mit Damian Leski ein geeigneter Nachfolger gefunden, der auf ähnliche Art und Weise Grunzlaute ausstoßen kann und dabei nicht wie ein langsam vor sich hin röchelnder Elch klingt. Komplettiert wurde das Line-up vom einzig verbleibenden Gründungsmitglied Jeremy Wagner (Gitarre), sowie Chuck Wepfer (Gitarre), Shaun Glass (Bass) und Mike Micezek (Schlagzeug). Stilistisch hat sich abgesehen von einer perfekt aus den Boxen peitschenden Abmischung nicht viel getan und Broken Hope klingen auf „Omen Of Disease“ auch weiterhin wie das Ergebnis eines flotten Dreiers zwischen Cannibal Corpse, Deicide und Vomitory.

Somit bekommt der geneigte Fan von brutalem Goregrindcore mit einem vorzüglichen Death Metal-Twist dieses Jahr besonders blutige Kompositionen mit unverständlichem Gegrunze vorgesetzt, die in der ersten Hälfte noch etwas zäh sind, aber mit fortschreitender Laufzeit an Intensität und Spielfreude gewinnen. In „Give me the bottom half“ schraubt man sich aus diesem Grund die Nackenwirbel wie von selbst vom restlichen Körper, plötzlich hereinbrechende Gitarrensolos sorgen für kinnladenspreizende Aha-Momente („Omen of disease“, „Carnage genesis“, „Choked out and castrated“) und ein verstärkter Hardcore-Einfluss gießt zusätzlich Öl ins ohnehin sehr flotte Todesballett („Blood gullet“). Für ein erstes Lebenszeichen nach über einer Dekade Totenstille ist „Omen Of Disease“ jedenfalls eine gelungene Feuertaufe. Wenn die Herrschaften Wagner & Co. jetzt noch etwas mehr mit Tempo und Rhythmus spielen, dürfte der Anschluss an Cannibal Corpse ein Leichtes sein und das Denkmal für Ptacek ein mehr als solides Fundament bekommen. Wir sind gespannt!

Anspieltipps:

  • Ghastly
  • Carnage Genesis
  • Omen Of Disease
  • Give Me The Bottom Half

Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „Broken Hope“
comments powered by Disqus