Ron Spielman Trio - Swimming In The Dark - Cover
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Ron Spielman Trio Swimming In The Dark


  • Label: Grundsound/INDIGO
  • Laufzeit: 58 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Radiomusik der besseren aber auch austauschbareren Sorte.

Ron Spielman ist ein Deutsch-Amerikaner, der im Alter von 14 Jahren das Gitarre spielen als Autodidakt erlernte. In den 80er-Jahren startete er erste Bandprojekte, Konzerte spielte mit der Little River Band, Steve Marriott, Bob Geldof, Climax Blues Band und vielen anderen. 2012 hatte er das Album „Electric Tales“ unter dem Bandnamen Ron Spielman Trio eingespielt, das vorliegende „Swimming In The Dark“ nun ganz unter eigenem Namen.

Spielman ist nach wie vor der große unbekannte Bekannte in der deutschen Musikszene, in Berlin genießt er immerhin Kultstatus. Musikalisch bewegt er sich als Singer/Songwriter zwischen Blues und Rock, wobei er auf der aktuellen Platte, etwas zurückgenommener agiert als auf dem erwähnten „Electric Tales“. Wie auf diesem bestreitet er auch hier ein Feld, das zwischen Anspruch und Mainstream pendelt. Für die nach Tiefe und Kunst suchende Singer/Songwriter-Gemeinde agiert Spielman zu erdig und für den Mainstream ist er zu wenig glatt gebügelt, so dass er es immer schwer haben wird, der einen wie der anderen Kategorie gerecht zu werden. Handwerklich liefert er ein tadelloses Album ab und die Produktion stimmt ebenso. Er ist kein herausragender, aber ein ordentlicher Sänger, auf der Gitarre beherrscht er so einiges, sticht jedoch auch hiermit nicht großartig heraus.

Die Songs sind durchdacht, haben kompositorische Qualität und dennoch will der Hörer mit dem Album nicht richtig warm werden. Wenn er versucht Ecken, Kanten und Reibungspunkte zu setzen, so wirkt dies eher aufgesetzt denn innovativ. Zudem scheint er seine eigenen Modernismen mit hässlichen 70er-Jahre Schweinerock-Gitarrensoli zu karikieren, „Elfriede“ ist hierfür ein gutes Beispiel. Die meisten Songs jedoch klingen nach einer Mixtur aus späten Police, Little River Band und Dave Stewart, folglich nach Radio-Rock der besseren aber auch austauschbaren Sorte.

Wahrscheinlich ist das alles ganz ehrlich gemeint von Ron Spielman, in gewissem Sinne sicherlich authentisch, Spannungsmomente, Raffinessen oder wirklich eindringliche Songs werden vergeblich gesucht. Trotz des handwerklichen Geschicks und auch seines Könnens als Songwriter wird es Spielman schwer haben, sich ganz groß durchzusetzen. Hierfür müsste er erst mal einen Hit fabrizieren und der ist auf „Swimming In The Dark“ nicht auszumachen.

Anspieltipps:

  • Swimming In The Dark
  • Ocean
  • Ballad Of Richard And Mildred Loving

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