Pupkulies & Rebecca - Tibau - Cover
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Pupkulies & Rebecca Tibau


  • Label: Normoton/ALIVE
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Dezente Clubbeats in exotischer, lebensfroher Umhüllung.

Pupkulies & Rebecca sind eine launige Kombo. Im Jahr 2012 kombinierte das Trio auf „Looking For The Sea“ französisches Chanson mit House-Beats und gelegentlichen Folk-Elementen. Damit griffen sie Fäden auf, die sie im Vorgänger „Burning Boats“ (2009) schon auf einzelnen Songs gesponnen hatten. Das 2009er Werk war allerdings eher poppig und gleichzeitig zurückhaltend, melodischer Sprechgesang kombiniert mit den alten House-Grooves, die neben P&Rs Line-up wohl das Konsequenteste der Band sind.

Das Paar Janosch und Rebecca Blaul lernte sich in Würzburg kennen, bevor es im Jahr 2001 in Berlin auf Sepp Singwald traf. Mit dem zweiten Album unter dem Namen Pupkulies & Rebecca debütierte die Band erstmals als Trio. Damals hatte der Zugang Singwalds den Sound des Ex-Duos erweitert. Auf dem neuen, fünften Album der Band, „Tibau“, sind es diesmal Janoschs Herkunftsland Kap Verde und einer der Lokalhelden der Inselrepublik, Tibau Tavares, die die Musik des Trios entscheidend prägen.

Tibau, der Janosch persönlich kennt, ist auf dem Album nicht nur im Titel prominent vertreten. Im Duett mit Rebecca übernimmt er auch die Hälfte der Gesangparts. Beide singen dabei in der kapverdischen Amtssprache. Kapverdisches Kreol ist eine Mischung aus westafrikanischen Sprachen auf Basis des Portugiesisch und klingt entsprechend exotisch. Dass der Großteil des Publikums die Sprache nicht versteht, ist allerdings sekundär. Die Einheit aus rhythmischen Beats, Tibaus akustischer Gitarre und den kapverdischen Musikstilen, vornehmlich dem melancholischen Morna und dem tanzbaren, poppigen Coladeira, stuft den Text auf schmückendes Beiwerk zurück.

Pupkulies & Rebecca verlassen jedoch ihre eigenen musikalischen Pfade, die sie für die europäische Clubwelt in ihren vorigen Alben schon ausgetreten haben, nicht ganz. Percussion von Janosch und Beats und Bässe von Sepp verleihen der exotischen, karibisch angehauchten Musik der Kapverden eine clubfreundliche Aura. Eigentlich perfekt für Draußenpartys in lauwarmen Nächten, wenn nicht grade Herbst wäre. Basslastigere Remixe für Indoor-Clubs lassen aber sicher nicht lange auf sich warten. Vor allem, da das Trio in Sachen Vocals und Melodien noch viel mit Wiederholung arbeitet. Die Abwechslung leidet jedoch kaum darunter und so strahlt „Tibau“ selber schon viel von der Lebensfreude und Sorglosigkeit aus, die Bewohnern der Äquatornähe generell zugeschrieben wird.

Mit musikalischer Abwechslung, Stimmungs- und Tempowechseln ist Pupkulies & Rebecca ein Werk gelungen, das wunderbar exotische Folklore mit dezenter Elektronik kombiniert. Genrebezogen ist das Album sicherlich einfacher einzuordnen als P&Rs frühere Werke, schließlich ist der kapverdische Einfluss auf dem Album sehr dominierend. Dennoch ist „Tibau“ nicht ganz dem westlichen Hunger für elektronische Clubmusik entrissen. Vor diesem Hintergrund wirkt die vorliegende Mixtur geradezu horizonterweiternd.

Anspieltipps:

  • Acredita
  • Momento
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