Oscar And The Wolf - Oscar And The Wolf - Cover
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Oscar And The Wolf Oscar And The Wolf


  • Label: Oscarand/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Sanft-poetische und kunstvolle Folk-Pop-Songs mit betörender Sangesstimme.

Aus Belgien sind Oscar And The Wolf, die sich als Live-Band einen sehr guten Ruf erspielt haben. Als Support agierten sie für Villagers, Warpaint, Lou Reed und Ben Howard. Auch auf Festivals wie Eurosonic, Pukkelpop und One Of A Million verstanden sie es zu überzeugen. In Belgien erschienen bereits zwei EPs, die nun um zwei Bonussongs erweitert als „EP Collection“ veröffentlicht werden. Dabei konnten sie für fünf der zwölf Songs keinen Geringeren als Robin Proper-Shepard (Sophia, The God Machine) als Produzenten gewinnen.

Im Mittelpunkt dieser Kollektion steht Frontmann Max Colombie, der mit heller, sanfter, dünner, doch umso ausdrucksstärkerer Stimme seine Zuhörer verzaubert. Seine weichen, geradezu in Trance versetzenden Phrasierungen lenken wiederholt die Aufmerksamkeit auf den Gesang. Dabei ist die Instrumentierung zwar meist sachte und behutsam, erzielt dennoch eine Wirkung, die diese Stimme ins rechte und strahlende Licht rückt. Zurückhaltende bis forsche Drums treffen auf plinkernde oder vibrierende Stromgitarren. Feingliedrige Akustikgitarrenpassagen auf fantasievolle Pianotakte, die zuweilen von einem Herzblut pumpenden Bass untersetzt werden. Mitunter schweben zarte Keyboard- oder Violinen-Klänge am weiten hellblauen Klanghimmel. Auf „All I Want“ und „Wash Your Face“ erfährt Max Colombie die weibliche Begleitstimme von Eva Vermeiren, beide verstehen es zu bezaubern und kreieren gemeinsam mit der transparenten Instrumentierung ein sanft-poetisches Klangkleid.

Leichtigkeit, Zartheit und Luftigkeit vermitteln die hier versammelten Songs, die keine willkürliche EP-Zusammenstellung, sondern ein sinnvolles Album ergeben, das zwar unter Folk-Pop eingeordnet werden darf, jedoch mit dem zuweilen Belanglosen des Genres nichts gemein hat. Vielmehr wird hier mit Kunstfertigkeit und Emotionalität eines Justin Vernon (Bon Iver) zu Werke gegangen, mit dem sie ansonsten nicht allzu viel gemein haben. Selbst Anklänge an die Singer/Songwriter-Kunst von Fink werden geboten, „Crossroads“ findet eine ähnlich spannende und dynamische Songstruktur, wie für den Briten typisch. Wie vielseitig Oscar And The Wolf sind, unterstreichen die betörende und intensive Klavierballade „Moonshine“, ein brandneuer Song, und zum Finale der Remix von „Orange Sky“, der sogar die Tanzflächen verzaubern wird.

So manche als Album konzipierte Platte hat nicht diesen durchgehenden sanften Flow wie diese simpel als „EP Collection“ gehandelte Kompilation von Oscar And The Wolf. Der Zauber, die Poesie und die Schönheit sind Begriffe, die Oscar And The Wolf verdienen. Der Soundtrack für einen hoffentlich goldenen Oktober oder Melodie-Regenbögen, die die dunklen Stunden ganz unaufdringlich aufhellen werden lassen. Eine sehr schöne Platte!

Anspieltipps:

  • Winterbreaks
  • Bony Weather
  • Orange Sky
  • All I Want
  • Moonshine

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