Trans-Siberian Orchestra - Tales Of Winter: Selections From The TSO Operas - Cover
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Trans-Siberian Orchestra Tales Of Winter: Selections From The TSO Operas


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 77 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Süßer die Glocken nie klingen: Das Trans-Siberian Orchestra beglückt nun auch europäische Fans mit einer Kompilation.

Das Savatage-Quartett Paul O'Neill, Jon Oliva, Al Pitrelli und Robert Kinkel haben im Jahre der Gründung ihres Trans-Siberian Orchestras (kurz: TSO) nie gedacht, welchen Stein sie ins Rollen bringen würden. Auf einmal waren sie nicht nur ihren langhaarigen Fans bekannt, sondern erspielten sich ein Publikum, welches vom Klassik-Hörer über Hausfrauen und Mitglieder von Schulorchestern so ziemlich alles abdeckte. Die Qualität gibt ihnen Recht - in den USA gehört die alljährliche Tour im Winter zu den Höhepunkten des Jahres und längst zum guten Ton für Freunde guter Weihnachtsmusik. Wer ihre Shows kennt, wird sie wieder sehen wollen. Keine Frage: Dieses Mammutprojekt ist legendär. Grund genug, eine Best-of auf den Markt zu werfen, immerhin ist der Release der letzten schon neun Jahre her. Glücklicherweise denken die Musiker von TSO weiter als viele andere Interpreten und Bands, die in Anbetracht der Weihnachtssaison hauptsächlich Dollarzeichen in den Augen haben.

Macht „Tales Of Winter“ in seiner Funktion als Kompilation Sinn? Auf diese Frage gibt es gar keine so eindeutige Antwort. Streng genommen verlieren die Kompositionen ihren konzeptionellen Rahmen, was eine eher losgelöste Wirkung hat - sofern man die Studio- und Konzeptalben des Projektes kennt. Neulinge sollte dies aber kaum stören. Die Kombination von teilweise progressiver Rockmusik und (sehr gemäßigtem) Metal in Verbindung mit Beethoven, Mozart oder Liszt funktioniert auch ohne dass sie in einem der TSO-Musicals unterkommt. Die mit 15 Titeln randvoll gepackte Scheibe zeigt das Trans-Siberian Orchestra von seiner besten Seite. Stücke wie das inzwischen legendäre „Wizards In Winter“, „Sarajevo 12/24“, „Christmas Canon“ und das ganz am Ende positionierte, ausufernde „Epiphany“ sind bandeigene Klassiker und entfalten die ganz eigene, von Anhängern geschätzte Magie.

Und die wird besonders dann intensiv, wenn die letzten Blätter fallen und die ersten Schneeflocken rieseln. Viele Bands probieren sich an Weihnachtsliedern, das Trans-Siberian Orchestra macht diese Idee als einer von wenigen Vertretern ganzjährig relevant und spannend. Oder um es kurz zu sagen: Das Trans-Siberian Orchestra ist Weihnachten. Nicht umsonst ist es das erste, woran Hörer denken, wenn es um eine zeitgemäße Inszenierung von Weihnachtsliedern geht. Zudem handelt es sich bei den Studioalben um eine noch immer rare Angelegenheit. Die zum Teil restlos ausverkauften Veröffentlichungen bekommen mit „Tales Of Winter“ sicherlich keinen vollwertigen Ersatz, ermöglichen Interessierten aber einen guten Überblick über das Schaffen des Symphonic-Metal-Projektes. Das gilt selbstverständlich auch für Fans, die einfach kein Exemplar eines beliebigen Werkes finden konnten.

Hält man sich vor Augen, dass es sich hier um einen seltenen Output eines Projektes handelt, welches in unseren Breiten in Wirklichkeit sehr viel prominenter vertreten sein sollte, möchte man „Tales Of Winter“ nur ungern den Ausverkauf vorwerfen. Diese Kompilation ist vielmehr eine Gelegenheit als eine Abzocke. Und musikalisch stimmt ja eh alles. Noch mehr geht die Rechnung auf, wenn man bedenkt, dass das Trans-Siberian Orchestra nach einer mehrjährigen Pause im Jahre 2014 endlich wieder eine ihrer hoch gelobten, bombastischen Shows in Europa, insbesondere Deutschland, spielen wird. Anhänger dürfen sich da hinsichtlich der Best-of zu Recht auf den Hype einlassen.

Zwar wird der Termin um das Weihnachtsfest herum nicht getroffen werden, dafür darf man sich aber schon jetzt „Tales Of Winter“ als Appetitanreger holen. Neulinge sollten beide Chancen keinesfalls verpassen und sich eine musikalische Feststimmung ins Haus holen, die bei weitem nicht nur den metal-affinen Hörer begeistern wird. Aber auch langjährige Fans dürfen gut und gerne über eine Anschaffung nachdenken.

Anspieltipps:

  • Sarajevo 12/24
  • Wizards In Winter
  • Christmas Canon
  • I'll Keep Your Secrets
  • Dreams Of Fireflies (On A Christmas Night)
  • Mad Russian's Christmas

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