Robbie Williams - Swings Both Ways - Cover
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Robbie Williams Swings Both Ways


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Robbie Williams swingt ein zweites Mal und holte dazu Guy Chambers zurück.

Live-Album? Hatten wir schon. Greatest-Hits-CD? Hatten wir ebenfalls schon. Sogar zweimal. Vielleicht ein sündhaft teures Box-Set? Oh nee, haben wir auch schon verfeuert. Herrje! Womit soll bloß die personifizierte Gelddruckmaschine namens Robbie Williams (39) in das diesjährige Weihnachtsgeschäft geschickt werden? Weltidee: Ein zweites Swing-Album muss her. Bam!!

Vom Grundsatz her gar keine so schlechte Idee. Man nehme dazu ein paar ewige Genreklassiker, ein Bündel berühmter Duettpartner und ein paar neue Songs, die sich stilistisch passgenau in das Gesamtkonzept einfügen. Doch wer soll diese Stücke schreiben? Bestimmt nicht das junge Songwriter-Team des „Take The Crown“-Albums (11/2012), mit dem Robbie Williams das ehrwürdige EMI-Label verließ und für viel Geld zum Major Universal Music wechselte, der sich inzwischen auch das komplette EMI-Label einverleibt hat.

Nein! Für einen der größten Popstars aller Zeiten müssen echte Knaller her. Zum Beispiel jemand wie Guy Chambers (50), der Robbie jahrelang Hits wie „Angels“ auf den Leib geschrieben hat. Und siehe da, mehr als 10 Jahre, nachdem sich die Wege des genialen Duos trennten, kehrt Chambers in das Produktions- und Songwriter-Team des Wahl-Amerikaners zurück, um dem Nachfolger des bis dato meistverkauften Albums in Williams Karriere „Swing When You’re Winning“ (11/2001) auf die Sprünge zu helfen.

Schon die erste Singleauskopplung „Go gentle“ trägt diese einzigartige Eleganz in Guy Chambers Songwriting in sich. Mit wohlklingenden Bläser- und Streicher-Parts sowie einer Melodie, die sich völlig ohne Krawall ins Gehör einbrennt, kann Williams deshalb auf eine Art und Weise reüssieren, die angenehmer nicht sein könnte. Doch auch die Coverversionen wie das gute Laune verströmende Kultlied „I wan’na be like you“ aus dem Film „Das Dschungelbuch” (im Duett mit Olly Murs) oder der Evergreen „Dream a little dream“ mit der bezaubernden Lily Allen können dieses Niveau halten.

In „Swing supreme“ zieht der Geist von „A love supreme“ (John Coltrane) und „I will survive“ (Gloria Gaynor) in die musikalische Welt des 39-Jährigen ein und der wohl schon drei Dutzend Mal gecoverte Jazz-Standard „Puttin‘ on the Ritz“ (Irving Berlin) erfährt auch in der Robbie-Version alle Ehre. Im coolen „Minnie the moocher“ gibt sich der Brite als geübter Crooner und im etwas überdrehten, aber von bitterer Wahrheit geprägten Walzer „No one likes a fat pop star“ als hintersinniger Spaßvogel. Lediglich die Kollaboration mit Kelly Clarkson („Little green apples“) ist eine Spur zu seicht geraten.

„Swings Both Ways“ ist Robbie Williams´ Rückkehr zum pompösen Popstar, der keine stilistischen Grenzen kennt, gesanglich alle Facetten beherrscht und zusammen mit den richtigen Songwritern auch weiterhin für gute Popmusik steht.

Anspieltipps:

  • 16 tons
  • Go gentle
  • Swing supreme
  • Minnie the moocher
  • Dream a little dream
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