Paul McCartney - New - Cover
Große Ansicht

Paul McCartney New


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Vier Produzenten verderben nicht den Brei, sondern verabreichen Sir Paul eine Frischzellenkur.

Während der Backkatalog von Sir Paul McCartney (71) weiterhin Stück für Stück in Form mehr oder weniger luxuriöser Re-Releases über das Concord-Label erneut auf den Markt gebracht wird, ist es zwischendurch auch mal wieder an der Zeit für ein brandneues Album des Ex-Beatles, das sein mittlerweile 16. Solowerk darstellt. Dieses lautet sinnigerweise auf den Titel „New“ und entstand in Zusammenarbeit mit gleich vier Produzenten (Paul Epsworth, Mark Ronson, Ethan Johns und Giles Martin) in London, New York und Los Angeles, weil sich der gute Paul nicht entscheiden konnte, mit wem und wo es am besten klappen würde.

Lässt man das letztjährige Konzeptwerk „Kisses On The Bottom“ (02/2012) mit einem Dutzend Coverversionen sowie McCartneys Ausflüge in die Welt von Ballettmusik und an den Broadway außen vor, stellt „New“ das erste Pop-Album des Meisters seit dem 2007er „Memory Almost Full“-Longplayer dar. Dass der 71-Jährige dazu gleich auf vier Produzenten zurückgegriffen hat, mag eventuell einer leichten Verunsicherung in Bezug auf die stilistische Ausrichtung geschuldet sein. Doch genau dies stellt sich jetzt als Glücksgriff dar. Denn die berühmten vielen Köche verdarben ausnahmsweise nicht den Brei, sondern steuerten jeweils ihre eigene künstlerische Note zu dem Entstehungsprozess der 13 Tracks bei und sorgten damit für ein ungemein frisches und abwechslungsreiches Spätwerk des Liverpoolers.

Mit einer Mischung aus überschäumender Kreativität und der Lust auf Neues sowie der abgeklärten Routine eines Songwriters, der für einen Teil der größten Hits aller Zeiten mitverantwortlich ist, bringt „New“ alles mit, was ein erwachsenes Pop-Album haben muss. So ist McCartneys Handschrift als Komponist zwar unverkennbar und markant stets vorhanden, doch er kombiniert diese Trademarks mithilfe seiner Produzenten zum Beispiel mit aktuellen Elektro-Einflüssen („Looking at her“, „Road“), Folk-Pop („Eary days“) und kramt ganz häufig in der Beatles-Kiste („I can bet“, „Alligator“, „Queenie eye“, „New“), klingt wie Kumpel Ringo Starr auf dessen Soloalben („On my way to work“, „Everybody out there“), holt sich in „Save us“ Queen-Chöre ins Studio und rockt dabei wie lange nicht mehr.

Was gnadenlos hätte schiefgehen können, nämlich gleichzeitig mit unterschiedlichen Produzenten an Songs arbeiten, die für Werke von (u.a.) Adele, Amy Winehouse, Kings Of Leon, Bloc Party, Maximo Park, Laura Marling und Razorlight verantwortlich sind, erweist sich als Frischzellenkur für einen Songwriter, der absolut alles erreicht hat, was man erreichen kann. Da kann sich im Laufe der Jahre schon mal etwas Leerlauf einschleichen. Mit „New“ macht Paul McCartney diese zwischenzeitlichen Durchhänger allesamt wieder wett.

Anspieltipps:

  • Road
  • Save us
  • Appreciate
  • On my way to work
  • Everybody out there

Neue Kritiken im Genre „Pop“
7/10

Both Sides Now: Live At The Isle Of Wight Festival 1970
  • 2018    
Diskutiere über „Paul McCartney“
comments powered by Disqus