The Devil Wears Prada - 8:18 - Cover
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The Devil Wears Prada 8:18


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Metalcore nach Schema K für „konventionell, aber zumindest stellenweise kraftvoll“.

Mit ihrem letzten Werk haben sich The Devil Wears Prada wahrlich keinen Gefallen getan. „Dead Throne“ (09/2011) führte zwar die wohlbekannten Zutaten der bisherigen drei Scheiben fort, was einen munteren Querschnitt aus Gegrunze, Geröchel, Geschrei und zeitweise verzweifelten Post Metal-Ausbrüchen bedeutete, das Korsett, in das die Ingredienzen gesteckt wurden, war aber dermaßen launisch und beliebig zusammengenäht, dass einem die Lust auf ein weiteres Album der Truppe schneller vergangen ist als auf Sex mit Miley Cyrus nach ihrer ebenso strunzdummen wie billig inszenierten Rihanna-Nachahmung im Video zu „Wrecking Ball“.

Drei Zahlen sollen diesen Fauxpas jetzt nun richten und hätten Mike Hranica (Gesang), Jeremy Depoyster (Gesang, Gitarre), Chris Rubey (Gitarre), Andy Trick (Bass) und Daniel Williams (Schlagzeug) im Vorfeld der Veröffentlichung von „8:18“ nicht mehrmals betont, die Platte wäre das düstere Gegenstück zu ihren letzten Outputs, man hätte diese hauchzarte Veränderung im Klanggefüge des Dayton, Ohio-Fünfers (Keyboarder James Baney hat die Truppe 2012 während einer Tour mit Slayer, Slipknot und As I Lay Dying verlassen) wahrscheinlich überhört. Gut, mal wird der Versuch unternommen, die Daumenschrauben in dunklen Gefilden anzuziehen („Transgress“) oder eine wirksame und glaubhafte Düsternis den Songs mit auf den Weg zu geben („War“), im Großen und Ganzen bleibt der Teufelskreis aus brüllen, schunkeln und während eines Breakdowns besonders böse sein immer der Gleiche.

Klebriger Klargesang wird weiterhin aufs Brot geschmiert („First sight“) und poppige Melodien, eingepackt in 08/15-Metalcore von der Stange („Sailor´s prayer“), bieten sich mit experimentellem Post-Disco-Metalcore („Care more“) und derbem Geprügel („Black & blue“) einen durchwachsenen und streckenweise regelrecht gleichgültig wirkenden Schlagabtausch. Ausufernde Post Metal-Elemente werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten können („8:18“) und wenn Elektro-Geschwurbel und Streichinstrumente aus der Konserve mit weltumarmenden Gesten aus der Nervenheilanstalt für Suizidgefährdete ein wildes Tänzchen wagen („Martyrs“), dann bemerkt man recht schnell, The Devil Wears Prada wollen kultiviert und ansprechend wirken, vergessen jedoch leider viel zu schnell, dass es nicht reicht, coole Breaks und Soundeffekte einzubauen, sondern zuallererst ein solides Fundament zu errichten.

Fazit: Entdecker haben auf „8:18“ einiges zu erforschen und werden sogar ein ums andere Mal mit atemberaubenden Momenten verwöhnt, das Ringen nach Luft, bis es zu einem dieser Höhepunkte kommt und der meist tiefe Fall danach, entschädigen für die Strapazen allerdings kaum.

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