Skeletonwitch - Serpents Unleashed - Cover
Große Ansicht

Skeletonwitch Serpents Unleashed


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 32 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Böse, hasserfüllt, barbarisch - Skeletonwitch zeigen, wie unendlich erbarmungslos guter Thrash Metal sein kann.

Zehn Jahre treibt die Skeletthexe aus Ohio bereits ihr Unwesen und hat so ziemlich alle Stationen abgeklappert, die eine Metal Band eben abklappern muss. Aus dem tiefsten Underground stiegen sie empor und nach und nach haben sich die fünf Musiker eine enorme Fangemeinde erarbeitet, spielten auf allen wichtigen Festivals (u.a. Wacken, Party-San, Summer Breeze, Tuska) und schafften es sogar auf die Titelseiten diverser Fachmagazine. Und nach einer Dekade sollte es jedem klar sein: Diese Band hat ihren permanenten Senkrechtstart mehr als verdient! Ihr fünfter Longplayer „Serpents Unleashed“ ist ein typischer, traditioneller Vertreter des Extreme Metals, der mit gesunder Härte begeistert. Auf ruhige Passagen wird verzichtet; die Spielzeit von gerade mal 32 Minuten reicht aus, um alles zu sagen, was es zu sagen gibt.

Heutzutage dürfen eigentlich nur noch Thrasher solch kurze Alben veröffentlichen. Die moderate Dauer wird aber gut genutzt, um dem Hörer gehörig die Fresse zu polieren. Es sind Songs wie „Beneath Dead Leaves“ oder „Unending, Everliving“, welche Skeletonwitch von ihrer gewohnt starken Seite zeigen. Hier trifft traditioneller Thrash Metal auf den krächzenden Gesang aus den Untiefen des Blacks - während seine Band den Hörer mit wahren Thrash-Salven bombardiert, spuckt der Frontmann Chance Garnette Gift und Galle. Die Rhythmusfraktion, bestehend aus Evan „Loosh“ Linger (Bass) und Dustin Boltjes (Drums), funktioniert besser als zuvor. Besonders die Kompositionen „Blade On The Flesh, Blood On My Hands“ und „This Evil Embrace“ zeugen von der hohen technischen Expertise der beiden Musiker. Hier ergreifen sie klar das Zepter und erfrischen mit einer Dominanz, die im Genre keine Selbstverständlichkeit darstellt. Vor allem Boltjes soll sich als wichtigster Mann der Band herausstellen. Seine Blastbeats sind alles andere als von schlechten Eltern und erzeugen in Verbindung zu virtuosen Gitarrensoli einen grandiosen Kontrast, welcher „Serpents Unleashed“ ungemeine Dynamik verpasst. Das funktioniert sowohl in intensivem schwarzmetallischen Gekloppe („Born Of The Light That Does Not Shine“) als auch in atmosphärisch aufgebautem Traditions-Thrash („Burned From Bone“, „More Cruel Than Weak“) ziemlich gut.

Im Gegensatz zu vielen Thrash-Kombos, die streng genommen auf eine große Hörerschaft zurückgreifen können, dulden Skeletonwitch weiterhin keine Kompromisse. Mit ihrem halbstündigen Wutausbruch legen sie die Karten auf den Tisch und denken gar nicht erst daran, einen Gang runter zu schalten. Den Hörer erwartet ein ungemein ruppiges, fieses Album, das keine Zeit zum Luftholen lässt und trotz vieler groovender, virtuoser Einwürfe ein wirklich beinhartes Stück Metall ist. Während heutzutage viele Bands Härte aus Notwendigkeit bieten, erinnern uns Skeletonwitch daran, wie ungemein intensiv, mitreißend und organisch sie doch sein kann. Den US-Amerikanern kauft man die Nummer definitiv ab! Den Kiddies und Softie-Metalern wird „Serpents Unleashed“ wahrscheinlich sehr schnell zu viel werden. Geschmäcker sind glücklicherweise verschieden. Skeletonwitch fegen sie mit unendlicher Brutalität weg! Wahre Connaisseure des Genres finden dagegen ihren heiligen Gral und müssen diese Scheibe einfach ihr Eigen nennen.

Anspieltipps:

  • Beneath Dead Leaves
  • Burned From Bone
  • Unending, Everliving
  • Blade On The Flesh, Blood On My Hands
  • More Cruel Than Weak

Neue Kritiken im Genre „Thrash Metal“
7/10

Out Of The Frontline Trench EP
  • 2019    
Diskutiere über „Skeletonwitch“
comments powered by Disqus