Howe Gelb - The Coincidentalist - Cover
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Howe Gelb The Coincidentalist


  • Label: New West Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Neil Diamond und Leonard Cohen sich gerade wieder Zeit lassen...

Nicht jeder kennt Howe Gelb. Auch sein Alter Ego Giant Sand ist heutzutage nicht unbedingt ein Markenzeichen. Die Namen Leonard Cohen und Neil Diamond sind dagegen schon geläufiger. Einen Ruf muss Gelb sich deswegen allerdings nicht mehr erarbeiten, denn hat eine Anzahl an Alben herausgebracht, die manche Bands zusammen nicht erreichen und seine Fangemeinde ist groß und treu. Genauso gut sieht es mit seinen Kontakten in der Branche aus, sodass eine Vielzahl von Künstlern zu Gelbs neuer Scheibe „The Coincidentalist“ beigetragen haben. Das Ergebnis ist einem reifen Herrn entsprechend gebührend ruhig und abgeklärt, und versucht über einen ganz eigenen Charme, Emotionen beim Hörer zu wecken.

Mit rauer Stimme und minimalistischer Untermalung eröffnet der Singer/Songwriter seine große Kollaboration und setzt auf Jazz, Bluegrass, Folk und Rock, um am Ende eine recht eigene, aber auch eigenartig unscheinbare Mischung an den Tag zu legen. Hier und da drängen sich prägende Momente wie die E-Gitarre in „Left Of Center“ oder das Duett samt herzlichem Piano in „The 3 Deaths Of Lucky“ in den Vordergrund. Dies sind die Momente, die das Dasein dieses Albums rechtfertigen. Mit eigener Botschaft und echtem Potenzial präsentieren sich hier Tracks, die man gerne hört, wenn einen die Singer/Songwriter-Laune packt.

Ansonsten plätschern viele Lieder aber auch nur nebenher. „Running Behind“ oder auch der Titeltrack schaffen es meist gar nicht erst, sich im Gehörgang festzusetzen. Ähnliches gilt für das gefühlvolle „Look That Way“, welches allerdings vom dominanten Einsatz von Gelbs Stimme profitiert. Dagegen halten stärkere, aber eben auch nicht überragende Nummern wie „Picacho Peak“ und „Unforgivable“. Zwar bekommt man nicht das Gefühl, mit B-Material bombardiert zu werden, doch die meisten Songs klingen etwas zu routiniert und wenig mit starken Emotionen verknüpft. So bleibt das Album ein kleiner Schaukasten in die Vorlieben und das Können von Howe Gelb, doch sonstige Gründe, dieses Album unbedingt besitzen zu müssen, fallen weitestgehend weg.

Anspieltipps:

  • The 3 Deaths Of Lucky
  • Unforgivable
  • Left Of Center

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