Nelly - M.O. - Cover
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Nelly M.O.


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein sich stumpf anbiederndes Mainstream-Potpourri der schlimmeren Sorte.

Mit seinem letzten Studioalbum „5.0“ (11/2010) verpasste Cornell „Nelly“ Haynes Jr. erstmals die Top 3 der US Billboard Charts. Das ist für einen erfolgsverwöhnten Megastar wie dem 38-jährigen gebürtigen Texaner, der mehr als 28 Millionen Tonträger verkauft hat, natürlich keine Option. Deshalb fährt der Rapper für sein siebtes Werk „M.O.“ mit Nicki Minaj, Pharrell, T.I., 2 Chainz, Trey Songz, Florida Georgia Line, Nelly Furtado, Daley, Rico Love, DJ Frank E, Detail und Future eine ganze Reihe prominenter Unterstützer auf, die den vierfachen Grammy-Gewinner zurück in die Spur bringen sollen.

Aus dieser Liste sticht natürlich Neptunes-Mann Pharrell Williams (40) hervor, der in diesem Jahr seinen zweiten Frühling als Produzent und Duettpartner feiert (siehe: u.a. Daft Punk, Robin Thicke, Miley Cyrus) und Nellys eh schon in der Vergangenheit durch seichten R&B aufgeweichten HipHop in einen musikalischen Gemischtwarenladen sondergleichen verwandelte. Puristen dürften jedenfalls die Flucht ergreifen, wenn mit Quietsch-Drossel Nelly Furtado („Headphones“) und den Country-Newcomern Florida Georgia Line („Walk away“) genreübergreifende Kollaborationen aus den Boxen rauschen und mit „Hey Porsche“ eine klebrig-poppige Liebeserklärung an ein Auto als erste Single ausgekoppelt wird.

„Feelgood Sound“ nennt sich das, was Nelly seinen Hörern auf „M.O.“ anbieten möchte. Doch dieses Werk weckt vielmehr den Anschein, als hätten wir es mit dem lange geheim gehaltenen Longplayer von Justin Biebers afroamerikanischem Vater zu tun, auf dem es zugeht wie auf dem Rummelplatz. Da schallt von einem Fahrgeschäft pumpender HipHop („Get like me“), vom anderen sirup-artiger R&B („Give u dat“) und dann wieder groovender Funk („Rick James“) hinüber, während man sich mit Zuckerwatte („Heaven“) und literweise Cola („Maryland, Massachusetts“) den Magen verdirbt.

Waren die letzten beiden Nelly-Werke „Brass Knuckles“ (2008) und „5.0“ (2010) schon keine Offenbarungen, so steht „M.O.“ kurz vor dem künstlerischen Offenbarungseid. Denn was mit Tracks wie „Get like me“ und „Rick James“ durchaus vielversprechend beginnt, entwickelt sich mit zunehmender Spieldauer zu einem uninspirierten Allerlei, das händeringend kommerziell erfolgreich sein will. Daraus resultiert ein sich stumpf anbiederndes Mainstream-Potpourri der schlimmeren Sorte.

Anspieltipps:

  • IDGAF
  • Walk away
  • Get like me
  • Rick James
  • All around the world
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