Sunrise Avenue - Unholy Ground - Cover
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Sunrise Avenue Unholy Ground


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Sunrise Avenue langweilen mit Popmusik, die sie Rockmusik nennen.

Die erfolgreiche TV-Castingshow „The Voice Of Germany“ fällt durch ihr völlig neues Konzept aus dem Rahmen, in dem es u.a. sogenannte Blind Auditions gibt, in denen die Jury den Gesangstalenten mit verbundenen Augen zuhört. Das wahrlich Innovative an dem Show-Konzept ist aber die Tatsache, dass 99% der Kandidaten auch singen können und tatsächlich wie Menschen behandelt werden. Neu in der Jury der diesjährigen Ausgabe ist Samu Haber, seines Zeichens Frontmann der finnischen Band Sunrise Avenue. Durch die enorme Popularität der Fernsehsendung, sind nahezu alle Musiker in der Jury daran interessiert, die Medienpräsenz für Werbung in eigener Sache zu nutzen. So ist es bestimmt kein Zufall, dass nun die vierte Platte der Finnen zum Start der dritten Staffel erscheint.

Wenn man den Klängen der neuen Songs lauscht, fällt die dunkle Stimme Habers durchaus positiv auf. Die platten, klischeetriefenden Texte in englischer Sprache sind dagegen ein Ärgernis. Die fehlende Entscheidungsfreudigkeit von Sunrise Avenue, ob sie jetzt ein Bon Jovi-Klon („I can break your heart“ und „Unholy ground“) sein wollen oder weiter zuckrigen Pop („Lifesaver“) zelebrieren möchten, gehört bekanntlich zu den großen Problemen, die die Finnen von Anfang an mitschleppen. Ihr Erfolg vor allem in den deutschsprachigen Ländern erstaunt, denn besonders innovativ kommt dieser Rock-Pop-Mix nicht daher.

„Letters in the sand“ versucht den Hörer mit Orchesterklängen zu erschlagen. Das Stück berührt einfach nicht. Diese überproduzierten Bombast-Songs, die nur entfernt etwas mit Rockmusik zu tun haben, gibt es im Laufe des Albums noch einige Male zu hören. So versucht „Aim for the kill“ den Ruf als Rockband mit harten Gitarrenriffs noch irgendwie geradezubiegen. Aber mehr als ein gut gemeinter Versuch kommt dabei nicht heraus. Einzig „Little bit love“ erweist sich als poppiger Ohrwurm, den man trotz Widerstand nicht los wird.

Und das ist dann auch das Geheimnis des Erfolges der Finnen: Eine tiefe Stimme thront über unverschämt eingängigen Melodien und Refrains, die sich schnell und leicht einprägen. Da weiß der Hörer, was er hat. Nämlich einfach gestrickte Rockmusik, die mit mindestens zwei Beinen im Pop steht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Anspieltipps:

  • Little Bit Love
  • Aim For The Kill

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