Dead Sirius 3000 - Get Sirius - Cover
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Dead Sirius 3000 Get Sirius


  • Label: Smarten-Up/Rough Trade
  • Laufzeit: 74 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Dead Sirius 3000 sind die seichten Ausklänge eines Jahrzehnts, welches von Porcupine Tree und Incubus hätte geprägt sein können.

Aufstrebende Akustikgitarren, die die emotionalen Hochpunkte zwischen knackig gemeinte Rockmusik setzen. Da werden Erinnerungen an Porcupine Tree, Incubus und vielleicht auch Jimmy Eat World wach. Was sich wie ein absolutes Traum-Line-up für Vergleiche liest, beschränkt sich bei Dead Sirius 3000 allerdings großteils auf die Schwächephasen dieser Bands. Die positive Botschaft in dieser ernüchternden Erkenntnis ist, dass besagte Gruppen auch in schlechter Form immer noch durch das gesunde Mittelmaß schiffen.

Genau in diesem Mittelmaß siedelt sich auch die deutsche Gruppe an. Weiche Rocksongs, die sich stets vornehm zurückhalten (z.B. „The Hole“ und „Hands Down“) und trotz Tempo und leicht zugänglicher Melodie nie hart klingen, paaren sich mit ausufernden Rockballaden wie den Opener. Dabei sind Songs wie „She Was A Woman“ wirklich nicht schlecht, doch die echten Höhepunkte fehlen. Genau wie die besagten „Rocker“ klingt alles recht genehm aus den Boxen, doch wirklich hängen bleibt kaum etwas. Dazu kommen dann Space-Einschübe über Synthesizer, die unter anderem „Daddy's Bottle“, „Gimme A Break“ und auch dem Instrumental-Stück „Mushrooms“ lediglich eine 90er-Jahre-Fassade verleihen, die überholt, aber nicht wirklich zielführend klingt.

Dass die Band es trotzdem schafft, harmlosen Collegerock („I Want Stop My Dance“) und leicht zugängliche Balladen zu schreiben (z.B. „Bleed Out“) ist schon eine bemerkenswerte Leistung. Es ist allerdings vielmehr die Erkenntnis, dass eine Band trotz der vielen Mittelmäßigkeiten nicht langweilig wird. Ohne zu hart klingen zu wollen, denkt man öfter an das Wort Schadensbegrenzung, als an den Ausdruck verschenktes Potenzial. Die ganzen psychedelischen Spielereien über verzerrte Gitarren und Synthesizer, die Dead Sirius interessant machen sollen, haben keine bleibende Wirkung und auch die fehlenden Stimmungswechsel von elektronischen auf akustische Instrumente wirken mehr wie ein brav exerziertes Stilmittel, als eine bedeutende Bereicherung. Diese Defizite ziehen sich durch ein trotzdem angenehm zu hörendes Album, sodass „Get Sirius“ letztlich vielleicht DER Anwärter auf das durchschnittlichste Album des Jahres ist.

Anspieltipps:

  • She Was A Woman
  • Hands Down
  • Daddy's Bottle

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