Chase And Status - Brand New Machine - Cover
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Chase And Status Brand New Machine


  • Label: Virgin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ausgehöhlt, unterspült und substanzlos.

Saul Milton und Will Kennard sind die Kernmitglieder der englischen Gruppe Chase & Status. Seit dem 2008er Album „More Than Alot“ dürfte der Dubstep-inspirierte HipHop-Sound der Truppe auch einem Teil des Mainstreams bekannt sein. Grade der Track „Eastern Jam“ ließ sich aus einigen DJ-Sets nicht mehr wegdenken und war damals für viele die Einstiegsdroge ins Dubstep-Genre. Mit Tracks wie „Streetlife“ und „Take You There“ gab es auf dem Debüt des Duos auch einige Mainstream-freundliche und interessante Drum-&-Bass-Stücke.

Auf diesem Erfolg aufbauend erschien im Jahr 2011 der Zweitling „No More Idols“. Das Album mit der zum Bild der vergessenen Arbeiterschicht Englands avancierten Bulldogge war ein erster Hinweis auf die kommerziellen Absichten des Duos und verhalf Chase & Status endgültig zum Durchbruch. Gleichzeitig gelang es ihnen aber, ein energiegeladenes, abwechslungsreiches Album zu präsentieren. Mit dem nun vorliegenden dritten Werk aus Miltons und Kennards Feder soll dieser Trend fortgesetzt werden.

Das Resultat ist leider mehr als nur enttäuschend. Mit „Brand New Machine“ liegt eine Platte vor, die jene zusammenhangslose Zusammenstellung von Tracks verkörpert, die zur Krankheit vieler elektronischer Dance-Veröffentlichungen geworden ist. Zugegeben, man wird weiterhin zu Tracks wie „Gun Metal Grey“ vor und zurück wippen oder sich in einsamen Momenten über das schmutzige „Machine Gun“ freuen. Doch angesichts eher gewöhnlicher Effekte, die sich scheinbar dem Mainstream anbiedern, ist der Spaß vorbei. Das sind dann klassische Sirenen-Synthies, altbackene HipHop-Beats und Ruffneck-Vocals, um das charakterlose Paket abzurunden. Berücksichtigt man Chase & Status' Hintergrund nicht, müsste man ihnen noch unterstellen, die Dubstep-Parts um des kommerziellen Erfolgs willen produziert zu haben, denn in etwa dieser Qualität sind sie eingebaut und so uninspiriert klingen sie.

Sicher, Milton und Kennard legen immer noch Wert auf ein minimales Maß an Abwechslung, nur leider macht der nächste Track selten mehr Spaß. Abgesehen von den Features mit Pusha T („Machine Gun“) und Funklegende Nile Rodgers („What Is Right“) sind die Songs langweilig und berechenbar. Leider sind selbst die oben genannten Features auch nur knapp besser als der Albumdurchschnitt. „Blk & Blu“ beginnt mit vielversprechendem Beat und dezentem Klimpern, bis die Melodie anfängt und mit den austauschbaren Vocals das Stück in eine Reihe generischer R&B-Tracks einreiht. „Pressure“ mit Major Lazer ist leider auch nicht mehr als ein akzeptabler Dancehall-Song mit klassischem Riddim.

War die Band für Puristen der Dubstep- oder Drum-&-Bass-Tradition schon lange verloren, scheinen sich Chase & Status nun komplett dem Mainstream hinzugeben. Das ist nicht immer mit schlechten Resultaten verbunden, in diesem Fall jedoch leider schon.

Anspieltipps:

  • Machine Gun
  • Count On Me
  • What Is Right

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