SpiralArms - Freedom - Cover
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SpiralArms Freedom


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Kalifornier heben sich durch das gewissen Etwas vom Gros der Retro-Rocker ab.

Retro sind sie alle. Die Welle ist unaufhaltsam und dass sich mittlerweile immer mehr (junge) Hörer für den Blick zurück interessieren, spricht klar für sich. Die neuen Helden wollen keine Revolution, sie wollen nichts anders oder besser machen - würden sie nicht jedes kleine Detail auf die Ästhetik vergangener Zeiten ausrichten, könnte man glatt glauben, die heutigen Vertreter wären fett, faul und gesättigt. Oder zumindest hoffnungslos veraltet. Ihnen reichen immerhin zumindest in musikalischer Hinsicht die bereits verwendeten Ideen aus. Hardrock mit Retroeinschlag im Stile von Led Zeppelin oder Black Sabbath hat sich als zeitlos bewährt. Zeitgenossen wie Kadavar und Wolfmother nutzen diese Vorarbeit und verkaufen längst geträumte Träume. Auch SpiralArms aus den USA mischen da munter mit. Doch sie beweisen, dass sie keine Modeerscheinung sind und legen nach ihrem Album „Highest Society“ (2011) nun selbstbewusst nach. „Freedom“ heißt ihr neues Studiowerk. Es ist tatsächlich überaus gelungen und - was noch viel wichtiger ist - es setzt sich sowohl in Sachen Eigenständigkeit, als auch in Sachen Inspiration vom Gros ähnlicher Veröffentlichungen ab.

Das ist nicht zwangsläufig eine Selbstverständlichkeit. Fairerweise muss auch gesagt werden, dass ein festgefahrenes Genre und dessen Konzept kaum Platz für Innovationen lassen, wenn man es authentisch ins 21. Jahrhundert bugsieren will. SpiralArms´ „Freedom“ ist sicherlich kein großer Erneuerer. Es ist auch gar nicht progressiv oder experimentell, was sich ja auch angeboten hätte und was auch eine Nische ist, die andere Kollegen bereits für sich entdeckt haben. Das Geheimnis hinter den Kaliforniern ist sehr viel einfacher. Sie haben den Spirit und die Energie für sich gepachtet. Außerdem beweisen sie ein außerordentliches Näschen für gute, eingängige und wirklich interessante Melodien. Und dadurch vergehen die 45 Minuten von „Freedom“ wie im Fluge.

Dabei sind zum Beispiel zünftige und schmissige Hardrock-Songs wie „Dropping Like Flies“, „Dealer“ und „I Lay Low“, welche herrlich grooven und kein Auge trocken lassen sollten. Wenn man schon cool, schmutzig und staubtrocken klingen will, dann bitte so. In der Hinsicht haben SpiralArms die Nase vorn und machen es genau so, wie es eine Band vom Schlage von Scorpion Child gerne täte. Anstatt sich an die Regeln zu halten, wie ein Album des Genres zu klingen hat, macht die Band oftmals eine kleine Pause und verzichtet so darauf, ein weiteres Plagiat zu werden. Besonders gut sind sie, wenn sie schließlich einen Gang runter schalten. Die akustisch gehaltene Ballade „Lovers Leap“ brennt sich regelrecht in die Gehörgänge. Led Zep? - Wo?

Hier spielt die Band astreinen, hypnotischen und zum Sterben schönen Stoner Rock im ruhigen Gewand. Höhepunkte sind dann „Exit 63“, „Blackmoon Morning“ sowie „Freedom“. Dutzende Einfälle und kleine Spielereien machen die SpiralArms interessant und spannend, ohne aber experimentelle Sperrigkeit als Innovation verkaufen zu wollen. Mit dem Titeltrack schielen sie dann endlich voll und ganz in die Zeppelin-Ecke. „Exit 63“ und „Blackmoon Morning“ dagegen verbinden Lärm mit einem süßlichen Piano und punkten durch ihre Atmosphäre - großartig geschrieben und fast im Alleingang dafür verantwortlich, dass SpiralArms andere Genrevertreter Staub schlucken lassen. Mit „Tomorrow's Dream“ vom Sabbath-Album „Vol. 4“ huldigt die Band dann noch ihren Helden. Ein schöner Bonus!

„Freedom“ selbst ist ohne Frage gelungen. Neue Impulse muss man zwar auch auf diesem Werk mit der Lupe suchen, doch immerhin wissen die Musiker, worauf es ankommt, wenn man sich in musikalischer Hinsicht rückwärts bewegen will. Fans von Retro-Rock sollten die Burschen von SpiralArms keinesfalls ignorieren.

Anspieltipps:

  • Dropping Like Flies
  • Exit 63
  • Blackmoon Morning
  • Lovers Leap
  • Freedom

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