The Black Explosion - Elements Of Doom - Cover
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The Black Explosion Elements Of Doom


  • Label: Metalville/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Und nachdem sie den Hörer entführt haben, gibt es gratis LSD für alle!

Chris Winter musste sehr lange auf dem Dachboden seines elterlichen Hauses verharrt haben. Seine Ideen wollen ihm einfach nicht ausgehen. Wir erinnern uns: Nachdem Klein Chris die Plattensammlung seines Vaters gefunden hat, war es um ihn geschehen. Was kam raus? Die Position als Frontmann bei Dollhouse und dann sein eigenes Projekt The Black Explosion. Nach nicht mal einem Jahr legt Winter nun nach - das ist heutzutage eine verblüffend kurze Zeitspanne, die eigentlich nichts Gutes erahnen lässt. Musikalisch wird der Kahn auf Kurs gehalten und selbst die Ästhetik des Artworks mutet wieder an, als handele es sich um das Plakat eines Horrorfilms aus den 50er-Jahren. Winter singt, spielt die Gitarre, rasselt die Percussions, die Kumpels Andreas Lindquist und Ginger Love spielen Schlagzeug bzw. Bass. Nein, groß geändert hat sich eigentlich nichts. Oder doch?

„Elements Of Doom“, der Nachfolger des Debüts „Servitors Of The Outer Gods“, ist nicht mehr und nicht weniger als die konsequente Fortführung der musikalischen Idee von The Black Explosion. Namen wie The Who (insbesondere Roger Daltrey in Sachen Gesang), Blue Cheer oder Iron Butterfly schwirren einem wieder durch den Kopf, wenn der retrogressive Rock des schwedischen Trios ertönt. Schnell kommt dann auch der Gedanke, die Songs auf „Elements Of Doom“ seien B-Seiten der Songwriting-Sessions vom Debüt. Tatsächlich aber können The Black Explosion ihre Qualität halten. Glücklicherweise klingt das zweite Studioalbum keinen Deut schlechter als das erste. Ganz im Gegenteil sogar! Tatsächlich legen Winter und seine Kumpane noch eine Schippe drauf. Während ihr Erstling noch eher ein vorsichtiges Antasten und Ausprobieren war, haben die Schweden nun ihr Zuhause gefunden und erweitern ihren Sound sinnvoll.

Deshalb dürfen sich alle Fans freuen, denn es werden wieder wahre Retro-Feuerwerke abgefackelt. Songs wie der Opener „Golden Future“, „Freekin' Free“, „D-471“ und „Mothership“ machen Laune, sind angenehm dreckig und im Vergleich zu denen auf „Servitors Of The Outer Gods“ auch sehr viel eingängiger, flotter und groovender. Gegengewichte in Form des tonnenschweren Titeltracks und „Blow It Away“ bieten dann eine gelungene Abwechslung. The Black Explosion experimentieren dabei mit zaghaft angedeutetem Doom Metal und Space-Rock - sehr viel abgefahrener und auch vertrackter als zuvor! „The Void“ ist sogar ein echter musikalischer Drogentrip zwischen euphorischem Rock zum Abgehen und wabernden Düster-Synthies. Eine Band wie Psychotic Waltz lässt grüßen!

Beinahe noch aberwitziger wird es bei dem Schlusslicht „We Will Fall“. Hier wird alles, was die Band ausmacht, auf den Punkt gebracht: schmutziges Riffing, psychedelische Effekte, sogar einige unheimliche Samples im Hintergrund haben es in den Song geschafft und schlagen so eine Brücke zum Cover-Artwork. Der anschließende Hidden Track lässt das Album schließlich gemächlich ausklingen und bietet eine Verschnaufpause. Dann ist der Spuk vorbei und nicht wenige Hörer werden sich darüber einig sein, dass The Black Explosion eine kleine aber feine Entwicklung gemacht haben. „Elements Of Doom“ wirkt sehr viel eigenständiger und spannender als sein Vorgänger. Viele kleine Details machen die Songs zu echten Erlebnissen und lassen sie sehr viel mehr wie aus einen Guss wirken als die von „Servitors Of The Outer Gods“. Der Retro-Trend brauch mehr Acts wie The Black Explosion - Chris Winter und seine Jungs schütteln ihr Material locker aus dem Handgelenk, man kauft ihnen die Liebe zur vergangenen Zeit ohne Frage ab. Und das wichtigste: Ihr „Elements Of Doom“ ist wirklich inspiriert.

Anspieltipps:

  • Golden Future
  • Elements Of Doom
  • Freekin' Free
  • The Void
  • We Will Fall

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