Jake Bugg - Shangri La - Cover
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Jake Bugg Shangri La


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Von allem etwas und damit von nichts etwas Ganzes. Der zu junge Jake Bugg wird mit einem zu schnellen zweiten Album verheizt.

Dass man zuerst in der Heimat die Güte eines Talents erfasst und ein solches dort zuerst hervorbricht, ist das normalste auf der Welt. Warum aber Jakes Buggs Debütalbum nach dem erscheinen im Oktober 2012 in Großbritannien, mitsamt seinen Wogen an Aufmerksamkeit, in Deutschland erst im Januar und in den USA gar erst im April 2013 veröffentlicht wurde, bleibt ein seltsames Major-Label-Geheimnis der Zehnerjahre des 21. Jahrhunderts.

Warum aber Jake Buggs Nachfolgealbum „Shangri La“ bereits im November in alle Ladentheken der westlichen Welt gestellt wird, ist umso offensichtlicher: hier wird eine frische Kuh, die in der Indie Rock/Indie Folk-Welt Aufmerksamkeit erregt hat, nach Kräften gemolken. Du hast neue Songs, junger Mann? Du bist deine alten schon Leid zu spielen? Na dann ab ins Studio mit dir!

Was früher bei Bob Dylan, den Stones und Hendrix gang und gäbe war, lässt sich nicht auf heutige Verhältnisse übertragen, Jake. Schau dir mal den musikalischen Niedergang Portugal. The Mans an, weil sie der felsenfesten Überzeugung waren, jedes Jahr bessere Songs am Start zu haben als zuvor. Und kennt noch jemand Electric Six? Nein, Jake Bugg hätte sich besser Zeit lassen sollen. Da hat auch Produzenten-Guru Rick Rubin nicht helfen können.

Beziehungsweise scheint genau das das Problem zu sein. Rick Rubin, das legendäre und schicke Shangri La-Studio, Universal schaltend und waltend im Hintergrund. Das ist einfach zu viel für einen 19-Jährigen. Jede Idee die du hast - wir setzen sie um! Rick Rubin kann das! Du brauchst deine alten Buddies nicht, die semi-professionell auf einer Klampfe rumzupfen, wir besorgen dir die besten Studiomusiker!

Es ist nur konsequent, dass dabei Halbgares herauskommt. Ein junger Mann der sich nicht entscheiden kann, will er großen Rockband-Sound oder die Folk-Intimität, und überprofessionellste Hilfe, die alles perfekt macht, sind die Zutaten für ein Album, das weder Fisch noch Fleisch ist, das kein richtiges Herz hat und auf hohem Talentniveau vor sich hindümpelt.

Hätte Jake Bugg doch die Chance gehabt, wie meinetwegen The Black Keys, sich viele Alben lang im Heimstudiokeller vor sich hinzuentwickeln, mit dürftigen Equipment, Charme, Fehlern und jeder Menge Leidenschaft. Aber Jake Bugg lebt in einer anderen Zeit. Er muss das Beste aus ihr machen.

Anspieltipps:

  • Messed Up Kids
  • There's A Beast And We All Feed It

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