William Shatner - Ponder The Mystery - Cover
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William Shatner Ponder The Mystery


  • Label: Cleopatra/H'ART
  • Laufzeit: 65 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ponder The Mystery“ wird selbst den härtesten Fan verunsichern.

„Shatner is without doubt the greatest singer of our generation“, frohlockt ein Youtube-Nutzer unter dem Video zu William Shatners Bowie-Cover „Space Oddity“. Ganz ehrlich? Nein, ist er nicht, nicht einmal annähernd, denn der ehemalige Captain Kirk-Darsteller singt nicht. Was der 82-Jährige seit jeher während seiner Ausflüge ins Musikbusiness macht, ist sprechen, eine Spoken-Word-Performance mit Musik im Hintergrund, die ihren Reiz aus den Tiefen seiner unnachahmlichen Stimme gewinnt. So sah die Sache schon bei seinem Debütalbum „The Transformed Man“ aus und so läuft das auch heute, 45 Jahre später, auf seinem neuen Longplayer „Ponder The Mystery“ noch ab.

Und doch passt diesmal nicht alles zusammen. Wie gesagt: Shatners Stimme hat Charme, die seines aktuellen Duettpartners und Produzenten Billy Sherwood wirkt dagegen reichlich unpassend, manchmal sogar nervig. Zu allem Überfluss singt Sherwood trotz einer beachtlichen Anzahl von Gastmusikern fast jeden Refrain auf „Ponder The Mystery“, was von Song zu Song langweiliger wird, weil alles sich untereinander zu sehr gleicht. Shatner und Sherwood - es sind zwei Stimmen, die gegensätzlicher nicht sein könnten und deren kontrastreiche Gegenüberstellung anfangs noch wie ein gelungenes Konzept wirkt, das sich im Laufe der 65 Minuten langen Spielzeit allerdings so dermaßen abnutzt, dass es am Ende kaum noch zu ertragen ist. Fünf Tracks hätten die beiden locker rausschmeißen können, vor allem aus der Mitte von „Ponder The Mystery“, wenn sich ab „Change“ (feat. Rick Wakeman) ein Totalausfall an den anderen reiht.

Und dabei ging es eigentlich recht vielversprechend los: Ok, „Where It’s Gone...I Don’t Know“ ist keine große Sache, aber immerhin weiß man beim ersten Hördurchgang ja noch nicht, dass sich in der kommenden Stunde nicht viel ändern wird. Der vorerst letzte Höhepunkt bleibt der Titelsong (feat. Steve Vai), danach können erst „Imagine Things“ (feat. Vince Gill) und „Deep Down“ (feat. Robby Krieger) wieder etwas mehr Freude bringen. Allerdings bleibt die Euphorie auch hier aufgrund der bescheidenen Produktion gedämpft. Zu oft klingt „Ponder The Mystery“ wie die Entspannungsmusik, die hin und wieder während einer Massage eingespielt wird - und nicht so, wie sich „Prog-Rock“ (O-Ton der Pressemitteilung) eigentlich anhören sollte. William Shatner wird an dieser Misere noch die geringste Schuld treffen, auch wenn er die ganze Nummer irgendwann mal abgesegnet haben muss. Schade, dass ein so verdienter Mann, der auch schon deutlich bessere Platten abgeliefert hat (z.B. „86161,Has Been“, 2004), hier aufgrund eines fragwürdigen Konzeptes so schlecht dasteht. „Ponder The Mystery“ wird selbst den härtesten Fan verunsichern.

Anspieltipps:

  • Ponder The Mystery
  • Where It’s Gone...I Don’t Know
  • Imagine Things

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