Grant Creon - In Denial - Cover
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Grant Creon In Denial


  • Label: Stargazer Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Bleischweres, dennoch befreiendes Kopfkino für Schmerzensmenschen. Für Liebhaber von Jason Molina und Neil Young.

Grant Creon sind ein schwedisches Quartett, das vergangenes Jahr ihr Debüt „Damn Those Things“ vorlegte und nun mit „In Denial“ sein Zweitwerk veröffentlicht. Mattias Larsson ist Sänger, Hauptsongwriter und ein Schmerzensmann, wie es der viel zu früh verstorbene Jason Molina (Songs:Ohia, Magnolia Electric Co.) war. Larsson gibt zu Protokoll: „Diese Platte ist noch dunkler und tiefer als unser Debüt. Ich hatte Angst, meinen Gefühlen eine Gestalt zu geben, weil ich unsicher war, ob mir das helfen oder mich am Ende komplett niederschmettern würde.“ Vor allem steckt in dem Album mehr Kraft und Wucht als auf dem vorigen. Da trifft eine Slowcore-Schwere à la Codeine auf poetischen Gitarrenlärm im Geiste von Magnolia Electric Co. oder Neil Young & Crazy Horse.

Zudem wirkt das Songwriting ausgereifter und es sind kaum Schwachstellen auszumachen, so dass der Hörer zwar in eine verschleppte Schwermut hinabgezogen, andererseits jedoch mit der verzerrten Schönheit des Stromgitarrenspiels in andere Sphären versetzt wird. Zudem scheint Larssons Stimme gefestigter als auf dem Debüt und steht produktionstechnisch in einem anderen Licht. Einen Kontrast setzt das semiakustische mit Cello zeichnende „Love In Decline“, das von einer weiblichen Stimme sanft harmonisiert wird.

Mit fortschreitender Dauer schaffen es Grant Creon, den Hörer in ihre tiefe, dunkle Welt zu entführen. Nachdem ihn die Platte zunächst gen Erde drückt, erfahren die Klänge eine Schwerelosigkeit, bereiten ein Wolkenbett, das ihn in Watte packt. Das finale „Home“ ist so ein Beispiel, das einen zunächst bleischwer zu erdrücken scheint, um mit wenigen geradezu lyrisch anmutenden Stromgitarrenlicks die Schönheit dieser Musik vor Augen und mitten ins Herz zu führen. Auch Martin Larsson wird erlöst, er weiß: „Der befreiende Moment setzt erst ein, wenn die Platte veröffentlicht wird. Erst dann bin ich bereit, loszulassen.“

Wie er seine Gitarrensoli, seine Stimme und seine Kompositionen loslässt, ist jedenfalls sehr bemerkenswert. Auf „In Denial“ sind Grant Creon insgesamt einen großen Schritt weitergekommen. Das Album ist eine runde Sache, ein Trip in Larssons und die eigene innere Welt. Kopfkino für Stromgitarren affine Schmerzensmenschen wie dich und mich!

Anspieltipps:

  • Wish You Were Here
  • In Denial
  • Love In Decline
  • Odd Things
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