Jake Bellows - New Ocean - Cover
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Jake Bellows New Ocean


  • Label: Saddle Creek
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Musik, die das Universum verändern kann? Jake Bellows‘ Solodebüt überzeugt mit ganz irdischen Zutaten.

Jake Bellows war über 15 Jahre der Frontmann von Neva Dinova, die mit Bright Eyes im Jahr 2010 das Split-Album „One Jug Of Wine, Two Vessels“ aufnahmen. Bellows sang dabei mit Conor Oberst einige herzergreifende Balladen. Dennoch zog er sich aus dem Musikbusiness zurück und nahm danach einen Job als Glas-Schiebetüren-Installateur an. 2011 kam dann ein überraschendes Angebot vom Theater in Omaha, seiner Heimatstadt, eine Original-Filmmusik aufzuführen. Er wurde von seinen Freunden Ryan Fox (The Good Life) und Ben Brodin (Conor Oberst) überredet an diesem Projekt teilzunehmen und Jake Bellows‘ Feuer für die Musik war wieder entfacht.

In der Folge hat nun Jake Bellows sein erstes Soloalbum aufgenommen, das sich zwar einerseits an seine Arbeiten mit Neva Dinova anschließt, andererseits jedoch mit einer größeren musikalischen Bandbreite aufwartet. Bellows glaubt, dass Musik die Beschaffenheit des Universums über Frequenzen verändern kann. Er hat ein Faible für Philosophie, Physik und Mythologie, die auch seine Songinhalte beeinflussen. Der Zuhörer von „New Ocean“ wird Bellows‘ Liedgut auch ohne Kenntnisse jener Wissensgebiete genießen können.

Zu Beginn überrascht der Titelsong mit einer von Laut nach Leise steigernden Dynamik. Wie ein überschäumender Ozean überschlagen sich gegen Ende die Wellen, ob sich dabei das Universum noch weiter ausdehnt? - Wir wissen es nicht und lauschen „All Right Now“, das ganz irdischen Rock’n’Roll abliefert und den nasalen Touch von Bellows‘ Stimme ins Licht rückt. Zudem hat er einige Balladen mit an Bord, „You And Me“ und „I Can’t Wait“ sind ganz gute Beispiele für die leise angeschlagenen Töne. Mit Bossa-Nova-Anleihen spielen die superentspannten „Drinking With Dad“ und „I Know You“. Dagegen ist das eingängige und Tempo anziehende „Running From Your Love“ wie geschaffen für’s College-Radio.

Zudem streut er verschleppt-verträumten Folk-Rock wie auf „Two Weeks“ oder „Help“ in den Songreigen oder lässt die Stromgitarre weiträumig vibrieren wie in „Should You Ever Change Your Mind“. Wiederholt fängt einen Bellows‘ Stimme ein, die einen herrlich relaxten, hin und wieder gar verschlafenen Eindruck hinterlässt. Als Rausschmeißer schickt er dann seine Universum verändernden Frequenzen hinaus, „Frequency“ ist eine bassbetonte Rocknummer mit schmissigen und lärmenden Hooklines. Damit lässt sich eher lässig die Shoppingmeile als die Milchstraße entlangschreiten. Auf alle Fälle jedoch hat sich Jake Bellows‘ Rückkehr ins Musikuniversum gelohnt.

Anspieltipps:

  • You And Me
  • Two Weeks
  • Running from Your Love
  • Help

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