Chris T-T & The Hoodrats - The Bear - Cover
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Chris T-T & The Hoodrats The Bear


  • Label: Xtra Mile Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein sehr britisches Album, das bei allem Potenzial zu oft ins Mittelmaß abrutscht.

Wer Chris T-Ts neues Album Hörern schmackhaft machen soll, kann einfach auf zwei Rockbands verweisen, die allgemein für unkonventionelle Töne stehen. Da wären zum einen die späteren Blur, die ab ihrem selbst betitelten Album auch oft verzerrt in die Saiten griffen, um ihren sonst so süßen Melodien den letzten Schliff zu verpassen. Auf der anderen Seite sind die frühen And You Will Know Us By The Trail Of Dead zu erwähnen und fertig sollte ein Mix sein, der zumindest neugierig stimmt.

Eine Band kann so einem Vergleich natürlich kaum gerecht werden, wenn es sich nicht gerade um eine der Neuentdeckungen des Jahrzehnts handelt. Ganz so weit ist „The Bear“ dann aber doch noch nicht. Viel mehr ist die Mischung aus typischen Brit-Rock-Elementen und stürmischem Indie-Rock der Jahrtausendwende der Band Grund für die Vergleiche. Die leicht an Sprechgesang erinnernden Vocals sorgen für Parallelen zum Brit-Markt der erfolgreichen 90er-Jahre und paaren sich mit den üblichen Ohrwürmern. Dazu kommen scheppernde Sounds, die bei aller Rohheit nie die Melodie überdecken.

Ausnahmen sind Titel, die von vornherein überhaupt keine ansprechende Melodie zu Tage fördern. Ausgerechnet der Titeltrack bremst das Album nach dem vielversprechenden und wechselhaften Opener „1994“ aus. Der Song „The Bear“ ist ein stampfender, wütender Rocker, der allerdings neben purer Kraft nichts zu bieten hat. Die Melodie wirkt zu schnell ausgelutscht, sodass jegliches Interesse am Song schnell verschwindet. Dieser Makel wird besonders deutlich, wenn das weitaus längere „A Beaten Drum“ eben genau aufgrund seiner Melodie und nicht durch verrückte Einfälle und Originalität besticht.

Aber der Ideenreichtum des Openers kehrt zurück, wenn „Paperback Kama Sutra“ abschließend plötzlich nach Prog-Rock klingt und „Idris Lung“ überdrehten Pop voller Soundeffekte liefert. Die nötige Ironie in „The Music Is Alive With The Sound Of Ills“, wenn die eigene Musik als „rather unnecessary“ beschrieben wird, sorgt mit guter Melodie für ebenso gute Stimmung beim Hörer. Bei solcher Musik geht Brit-Pop/Rock-Fans das Herz auf. „Jesus Christ“ komplettiert den starken Teil des Albums in gleicher Manier.

Es ist das überbleibende Mittelmaß, welches Kopfzerbrechen bereitet. Wenn ein Track auf „The Bear“ nicht gut ist, dann lässt er daran auch keine Zweifel. Den Songs fehlt einfach komplett die ansprechende Melodie oder eben der Ideenreichtum, welcher die starken Vertreter des Albums ausmacht. Aus diesem Grund kann man trotz aller Ansätze auch nicht von einer wirklich gelungenen Platte sprechen, die deshalb Gefahr läuft, im Einerlei der vielen Outputs zu versinken.

Anspieltipps:

  • 1994
  • Jesus Christ
  • A Beaten Drum

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