Bad Religion - Christmas Songs - Cover
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Bad Religion Christmas Songs


  • Label: Epitaph Records
  • Laufzeit: 19 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein paar Weihnachtslieder mit ordentlich Schmackes aufnehmen? Das haben andere schon besser hinbekommen.

Ausgerechnet Bad Religion! Ein Weihnachtsalbum! Und dann auch noch im Oktober! Was ist da denn los? Aber der Reihe nach: Prinzipiell sind die Rock-Versionen von bekannten Weihnachtsliedern eine feine Sache. Die Toten Hosen haben es als „Die Roten Rosen“ 1998 vorgemacht und mit „Wir Warten Auf's Christkind“ eine LP herausgebracht, die jedes Jahr in zahlreichen Haushalten rauf und runter läuft. Ähnlich gelungen ist auch der Sampler „We Wish You A Metal Xmas And A Headbanging New Year” (2008), auf dem unter anderem Lemmy Kilmister und Alice Cooper für...nun ja...besinnliche Momente sorgen. Und warum auch nicht? Irgendwann ist Frank Schöbels „Weihnachten in Familie“ oft genug durchs Haus getönt, da müssen nun mal Alternativen her.

Und an diesem Punkt kommen Bad Religion ins Spiel: „Christmas Songs“ heißt ihre Zusammenstellung von traditionellen Weihnachtsliedern, die nun in einem neuen Soundgewand und in gefühlter dreifacher Geschwindigkeit auf die Menschheit losgelassen werden. In knackigen 19 Minuten (ja, wirklich: 19 Minuten) ballern sich Greg Graffin und Band durch ganze neun Titel, von „Hark! The Herald Angels Sing“ bis „White Christmas“ und von „Little Drummer Boy“ bis zum relativ unweihnachtlichen, bandeigenen Klassiker „American Jesus“. Dieses kleine Späßchen wollten sie sich dann doch nicht nehmen lassen. Immerhin reden wir hier von Bad Religion.

Das Problem, das „Christmas Songs“ mit sich bringt, liegt weniger an der kurzen Dauer (19 Minuten sind genau genommen eine EP), sondern vielmehr an der Lieblosigkeit, mit der Bad Religion wahrscheinlich innerhalb eines Wochenendes das Material eingespielt haben. Die Stücke an sich waren vorher schon gut – was die US-amerikanischen Punk-Legenden daraus machen, gibt dem Ganzen allerdings mit Ausnahme des erhöhten Rockfaktors wenig Mehrwert. Etwas Einfallsreichtum wäre hier schon angebracht gewesen. Denn wer das Tempo kennt, zu dem sich Die Toten Hosen während ihrer Version von „White Christmas“ aufschwingen, der muss zugeben, dass Bad Religion dagegen schon etwas ermüdend wirken. Sorry Jungs, tolle Idee, wirklich, aber wenn ihr es das nächste Mal macht, macht es richtig.

Anspieltipps:

  • Hark! The Herald Angels Sing
  • O Come, O Come Emmanuel
  • American Jesus

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